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Villarruel distanziert sich in Tucumán von Milei und blickt auf 2027

10/07/2026 03:42 - Politica

Interne Differenzen am Unabhängigkeitstag

Während der Feierlichkeiten zum 210. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung am 9. Juli 2026 in der Provinz Tucumán (dem historischen Ort, an dem Argentinien 1816 seine Unabhängigkeit von Spanien erklärte), sorgte die Vizepräsidentin Victoria Villarruel für ein bemerkenswertes politisches Zeichen, indem sie sich von Präsident Javier Milei distanzierte. Villarruel kritisierte offen das von Milei vorangetriebene Projekt eines 'Shutdowns' des Staates (eine drastische Reduzierung oder vorübergehende Schließung staatlicher Funktionen, angelehnt an das US-Modell) und bezeichnete seine Rede in der Provinz als 'sehr politisch'.

Im Rahmen des Te Deum (einer feierlichen Danksagungsmesse) in der Kathedrale von Tucumán nutzte die Vizepräsidentin die Gelegenheit, um 'echten Föderalismus' zu fordern und mit dem wahlpolitischen Szenario für das Jahr 2027 zu kokettieren. Sie erwähnte ihre Absicht, der Nation weiter zu dienen. Gerüchte über eine mögliche eigene Präsidentschaftskandidatur sorgten für Spannungen innerhalb der Regierungskoalition, die eine einheitliche Strategie anstrebt.

Die Regierungsstrategie für 2027

Während die Vizepräsidentin ihre eigenen Akzente setzt, treibt die Nationalregierung ihre Wiederwahlstrategie für die kommenden Wahlen voran. Die Verhandlungen werden von Diego Santilli geleitet, der am 30. Juni 2026 das Amt des Kabinettschefs (vergleichbar mit einem Premierminister in anderen Systemen) übernahm. Die Casa Rosada (der Präsidentenpalast) bemüht sich, die Reihen zu schließen und interne Abspaltungen zu vermeiden, die das in den letzten Monaten gewonnene politische Kapital gefährden könnten.

Die Zeremonie in Tucumán wurde vom Präsidenten in Begleitung von 13 Gouverneuren und der Vizegouverneurin der Provinz Córdoba bestritten. Dies zeigt, dass die nationale Exekutive trotz der Reibungen in der Führungsspitze eine starke Verbindung zu den Provinzen aufrechterhält.

Ermutigender wirtschaftlicher Kontext

Das makroökonomische Panorama unterstützt die Bestrebungen der Regierung. Der sogenannte Riesgo País (Länderrisiko, ein Indikator für die Kreditwürdigkeit eines Landes) liegt in einem Bereich von 408 bis 412 Punkten, was eine deutliche Erholung des Vertrauens der Märkte zeigt. Der Dollar der Banco Nación (BNA, Argentiniens größte Staatsbank) wird mit 1.510 ARS (argentinischen Pesos) notiert. Laut der Umfrage der Markterwartungen (REM) wird prognostiziert, dass die US-Währung bis Dezember 2026 auf 1.673 ARS steigen könnte.

Hinzu kommt die Vorstellung des Finanzplans 2026/2027 durch Wirtschaftsminister Luis Caputo, der für das laufende Jahr einen Überschuss von 3.700 Millionen USD projiziert. Dies festigt den Weg der Stabilität, den die Regierung bei den kommenden Wahlen nutzen möchte.

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

Alfredo S. Quiroga