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Ein 9. Juli der Versöhnungen und Reformen: Milei leitet den 210. Unabhängigkeitstag

10/07/2026 03:27 - Politica

Der 9. Juli in Argentinien: Feiern, Einheitsgesten und Reformen

Präsident Javier Milei leitete am 9. Juli 2026 die Feierlichkeiten zum 210. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung ein, an einem Tag, der von politischen Ankündigungen, Versöhnungsgesten und einer starken internationalen Unterstützung für den Wirtschaftsplan der Nationalregierung geprägt war.

Die Zeremonie in Tucumán und der Kurs der Reformen

In den frühen Morgenstunden des Donnerstags leitete Milei die Vigilie im historischen Haus von San Miguel de Tucumán (dem Ort, an dem die argentinische Unabhängigkeit erklärt wurde), begleitet von 13 Gouverneuren und seinem Kabinett. In seiner landesweit übertragenen Rede erinnerte der Präsident an den Pakt von Mai (ein im Jahr 2024 unterzeichnetes Abkommen zwischen Provinzen) und kündigte an, dass er vor den Wahlen im Jahr 2027 ein Reformpaket umsetzen wolle. Dieses umfasst eine Wahlreform, die Unverletzlichkeit des Privateigentums und das sogenannte 'Súper RIGI' (ein erweitertes Investitionsförderungsregime für Großprojekte).

Vizepräsidentin Victoria Villarruel reiste ebenfalls nach Tucumán und bezeichnete Mileis Rede als sehr politisch. Zudem distanzierte sie sich von dem vom Exekutivzweig vorangetriebenen Vorhaben eines 'Shutdowns' des Staates. Unterdessen nahmen Gouverneure wie Martín Llaryora (aus der Provinz Córdoba) und Maximiliano Pullaro (aus der Provinz Santa Fe) nicht an der Vigilie in Tucumán teil und nutzten ihre eigenen Reden, um wirtschaftliche Differenzen mit der Nationalregierung zu markieren, indem sie eine Wiederbelebung der heimischen Wirtschaft forderten.

Tedeum in der Kathedrale und Versöhnung mit Jorge Macri

Stunden später nahm Milei in Buenos Aires am traditionellen Tedeum in der Metropolitankathedrale teil, der vom Erzbischof Jorge García Cuerva geleitet wurde. In seiner Predigte bat der Prälat um Einheit unter den Argentiniern, zitierte den Kapitän der Nationalmannschaft, Lionel Messi, und rief dazu auf, gegen Korruption und Gleichgültigkeit gegenüber den Leidenden zu kämpfen.

Das Event war auch der Rahmen für eine Versöhnungsgeste zwischen dem Präsidenten und dem Regierungschef der Stadt Buenos Aires, Jorge Macri. Milei näherte sich zweimal, um ihn zu begrüßen, und zeigte sich lächelnd, während Macri seinem Sohn Vito das Fläschchen gab. Damit wurden die Spannungen überwunden, die ihre Beziehung nach den Wahlen in Buenos Aires im Jahr 2025 zerbrochen hatten.

Unterstützung durch den IWF und die USA

Auf wirtschaftlicher Ebene gab der Internationale Währungsfonds (IWF) der Reform der Organischen Charta der Zentralbank (BCRA) starke Unterstützung und lobte das für 2026 und 2027 vorgestellte Finanzprogramm. Die Geschäftsführende Direktorin der Institution, Kristalina Georgieva, wird am 28. und 29. Juli Argentinien besuchen.

Die argentinische Länderrisikoprämie lag bei 405 Basispunkten, ihrem niedrigsten Stand in 8 Jahren. Die Regierung der USA beglückwünschte Argentinien in einem von Außenminister Marco Rubio unterzeichneten Brief zum Jahrestag und bezeichnete das Land als unverzichtbaren Partner in der Region. Sie verpflichtete sich, die Zusammenarbeit bei kritischen Mineralien und ziviler Kernenergie auszubauen.

Weitere Highlights des Tages

  • PASO (Vorwahlen): Senatorin Patricia Bullrich kritisierte das System der 'Colectoras' (interne Listenverbindungen) und wiederholte ihre Forderung, die Vorwahlen abzuschaffen.
  • Peronismus: Máximo Kirchner leitete eine Veranstaltung in Carmen de Areco, wo ein Bürgermeister ihn als Präsidentschaftskandidat für 2027 aufstellte.
  • Vaca Muerta: Ein Konsortium unter der Führung des Besitzers von Inter Miami (wo Messi spielt) und der italienischen Firma Bonatti gewann die Ausschreibung für den Bau der größten Pipeline in der argentinischen Geschichte, bewertet auf 1.200 Millionen Dollar.
  • Justiz: Im Prozess um das Programm 'Sueños Compartidos' forderte der Staatsanwalt 6 Jahre Haft für die Brüder Schoklender, Julio De Vido und José López.
Quelle: La Nación
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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

Alfredo S. Quiroga