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Wahlstrategie 2027: Die Regierung strebt breitere Allianzen in Buenos Aires an

03/07/2026 21:23 - Politica

Ministerielle Umstrukturierung und neue Wahlstrategie

Die politische Landschaft Argentiniens durchläuft einen entscheidenden Moment im Hinblick auf die Präsidentschafts- und Provinzwahlen im Jahr 2027. Nach dem Amtsantritt von Diego Santilli als Kabinettschef am 30. Juni 2026 – er ersetzte Manuel Adorni, der am 27. Juni 2026 zurücktrat – hat die Regierung von La Libertad Avanza (die Partei von Präsident Javier Milei) ihre Prioritäten neu geordnet, um ihre Position in der Provinz Buenos Aires zu stärken.

Die Provinz Buenos Aires ist der wichtigste und bevölkerungsreichste Wahlbezirk Argentiniens. Medienberichten zufolge hat die Regierung den aktuellen Gouverneur der Provinz, Axel Kicillof, als Hauptgegner von Präsident Javier Milei auserkoren. Sie sucht eine direkte Polarisierung, um ihre Wählerschaft zu mobilisieren. In diesem Rahmen schließt die Regierung die Möglichkeit nicht aus, eine breitere Allianz in der Provinz zu schmieden, um dem Kirchnerismus (einer populistischen linksgerichteten Strömung innerhalb des Peronismus) mit besseren Erfolgschancen entgegenzutreten.

Santillis neue Funktionen und die legislative Agenda

Am 3. Juli 2026 absorbierte die Regierung durch den Erlass DNU 571/2026 (ein Dekret zu Notwendigkeit und Dringlichkeit) das Innenministerium. Dessen Funktionen – darunter die Beziehungen zu den Provinzen, das Wahlrecht, die Einwohnermeldebehörde (Renaper), Tourismus, Umwelt und Sport – wurden der von Santilli geleiteten Kanzlei des Kabinettschef übertragen. Zudem wurden zwei Vize-Kanzleien geschaffen: eine unter Guillermo Devitt und eine für das Innere unter Gustavo Coria. Damit reduziert sich das Kabinett auf 8 Ministerien.

Mit diesem neuen Schema versucht die Regierung, ihre legislative Agenda im Senat vor der parlamentarischen Sommerpause am 20. Juli freizumachen. Die Prioritäten umfassen:

  • Politische Reform: Abschaffung der PASO (Offene, Simultane und Obligatorische Vorwahlen), Einführung des sauberen Stimmzettels (Ficha Limpia) und Deregulierung der Wahlkampffinanzierung.
  • Reform der Organischen Charta der Zentralbank (BCRA): Mit dem Ziel, die Ausgabe von Pesos zur Finanzierung des Haushaltsdefizits zu verbieten.
  • Gesetz der fiskalischen Unschuld: Unterstützt von mehr als 80.000 Bürgern.
  • Hojarasca-Gesetz (Laubgesetz): Ein Paket, das 63 bestehende Gesetze aufheben würde.

Die Ernennung von Santilli, der dem PRO angehört (einer Mitte-Rechts-Partei, die oft durch die Farbe Gelb repräsentiert wird), zielt darauf ab, die politischen Verhandlungen zu verbessern und Abkommen mit anderen Oppositionskräften gegen den Kirchnerismus zu artikulieren. Dies positioniert die Regierung als eine solide und geordnete Alternative.

Ein verheißungsvolles wirtschaftliches Umfeld

Die Wahl- und Legislativstrategie präsentiert sich in einem wirtschaftlichen Szenario, das die Regierung als günstig betrachtet. Die argentinische Zentralbank hat Devisen im Wert von 11,000 Milliarden USD aufgekauft, die Währungsreserven übersteigen 47,081 Milliarden USD und zwischen Januar und Mai 2026 wurde ein Handelsüberschuss von 11,783 Milliarden USD verzeichnet. Diese Indikatoren sollen ein Bild von Stabilität und Wachstum für die kommenden Wahlen projizieren und das Vertrauen von Investoren und Bürgern stärken.

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

Alfredo S. Quiroga