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Andy Burnham könnte am 17. Juli britischer Premierminister werden

26/06/2026 01:04 - Internacionales

Ein atemberaubender Führungswechsel im Vereinigten Königreich

Die britische Politik bereitet sich auf einen historischen Wandel vor. Nach der Ankündigung von Keir Starmer, sein Amt nach zwei Jahren Regierung niederzulegen, hat der Nationale Exekutivausschuss (NEC) der Labour-Partei einen Zeitplan aufgestellt, der Andy Burnham am Freitag, den 17. Juli 2026 in die 10 Downing Street bringen könnte.

Hintergrund für deutschsprachige Leser: Die 10 Downing Street ist die offizielle Residenz und der Amtssitz des britischen Premierministers in London, vergleichbar mit dem Bundeskanzleramt in Berlin.

Der Prozess wurde entwickelt, um Unsicherheit zu minimieren. Die Nominierungen werden in zwei Wochen geöffnet. Wenn nur ein Kandidat die Unterstützung von 20 % der Labour-Parlamentsabgeordneten (PLP) erhält – was 81 Unterschriften entspricht – wird er automatisch zum Parteiführer und somit zum Premierminister, ohne dass eine breitere Abstimmung erforderlich ist.

Starmer verspricht geordneten Übergang

Der scheidende Premierminister erklärte, er werde das Land in einer „besseren Position“ hinterlassen, als er es vorgefunden hat. In Erklärungen aus Milton Keynes sicherte Starmer zu, dass seine Priorität ein professioneller Übergang sei: „Ich werde meinem Land weiterhin treu dienen, um sicherzustellen, dass jede Unterbrechung absolut minimiert wird.“

Umfragen begünstigen Burnham

Laut einer YouGov-Umfrage hätte Burnham einen erheblichen Vorsprung vor dem Führer von Reform UK, Nigel Farage, bei der Frage, wer der „bessere Premierminister“ wäre. Der Vorsprung wäre doppelt so hoch wie der, den Starmer hatte, was einen starken Anfangsschub für den ehemaligen Bürgermeister von Manchester andeutet.

Wer ist Andy Burnham?

Andy Burnham ist seit 2017 Bürgermeister von Greater Manchester im Norden Englands. Zuvor war er Parlamentsabgeordneter und bekleidete verschiedene Ministerposten unter den Premierministern Tony Blair und Gordon Brown. Er gilt als pragmatischer Politiker, der nationale Bekanntheit durch seine Arbeit im Gesundheitswesen und im Verkehrsbereich erlangte.

Kontext: Greater Manchester ist eine Metropolregion mit etwa 2,8 Millionen Einwohnern und ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum außerhalb Londons.

Spannungen und Allianzen im neuen Szenario

Nicht alles ist ein geebnetes Weg für Burnham. Zack Polanski, Führer der Grünen Partei, hat gewarnt, dass die Aussichten auf Zusammenarbeit sich „trüben“, aufgrund der Positionen des wahrscheinlichen neuen Führers. Polanski nannte als Konfliktpunkte Burnhams Weigerung, die Situation in Gaza als Völkermord anzuerkennen, und die Unsicherheit über seine Umweltpolitik.

Von der Opposition aus verteidigte Robert Jenrick (Reform UK) Nigel Farage gegen Fragen über eine nicht deklarierte Spende von 5 Millionen Pfund (ca. 5,9 Millionen Euro) und erklärte, dass dies zwar eine legitime Frage für die Medien sei, aber „den Leuten auf der Straße egal ist“.

Weitere Tagesordnungsthemen

  • Hitzewelle: Starmer bestätigte Notfallsitzungen des Cobra-Komitees, um die hohen Temperaturen zu bewältigen, die das Land belasten. Hinweis: Cobra ist der Regierungsausschuss für Notfallplanung.
  • Konversionstherapie: Die Regierung legte einen Gesetzentwurf vor, um missbräuchliche Praktiken zur Änderung der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität zu verbieten, mit klaren Ausnahmen für legitime Gesundheitsfachkräfte.
  • Internationale Beziehungen: Ein Minister wies Vorwürfe zurück, das Vereinigte Königreich habe Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten über die Verhinderung von Gräueltaten im Sudan gestellt.

Quelle: The Guardian

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

Alfredo S. Quiroga