25/06/2026 03:44 - Actualidad
Die Stadt La Plata und ihre Region durchleben eine anhaltende Krise aufgrund des Mangels an Compressed Natural Gas (CNG/GNC), die bereits 13 aufeinanderfolgende Tage andauert und direkt die Arbeiter des öffentlichen Personennahverkehrs betrifft. Die Situation verschlimmert sich durch eine polare Kältewelle, die den Energiebedarf im gesamten Land erhöht hat.
La Plata ist die Hauptstadt der Provinz Buenos Aires und liegt etwa 60 km südöstlich von Buenos Aires Stadt. Mit rund 800.000 Einwohnern ist sie ein wichtiges Bildungszentrum und beherbergt eine der ältesten Universitäten Argentiniens. Für ausländische Besucher: Es ist eine geplante Stadt mit einem charakteristischen schachbrettartigen Straßennetz.
Der Konflikt basiert auf einem Einschränkungssystem des Gasnetzes. Es gibt zwei Arten von Verträgen für Tankstellen:
| Vertragsart | Merkmale | Aktuelle Situation |
|---|---|---|
| Festverträge | Zahlung eines Aufpreises zur garantierten Versorgung | Nur 6 von 45 Stationen. Kürzungen von 30-50% |
| Unterbrechbare Verträge | Günstiger, aber Versorgung kann unterbrochen werden | Mehrheit der Stationen. Totale Abschaltungen |
Laut Juan Carlos Berón, Sekretär der Gewerkschaft Unión Conductores de Taxis, beschränkt Camuzzi (der Gasversorger) den Verkauf auf 1.000 Kubikmeter pro Tag pro Station, was etwa 100 Fahrzeugen entspricht (bei 10 Kubikmetern pro Tankfüllung).
Camuzzi Gas ist eines der größten Gasverteilungsunternehmen Argentiniens und versorgt die südlichen Provinzen Buenos Aires und Patagonien. Das Unternehmen kontrolliert das Gasnetz in La Plata.
Der Unmut der Arbeiter zeigt sich auf den Straßen:
Die Proteste wurden von "selbstorganisierten Gruppen" organisiert, außerhalb formeller Gewerkschaften.
"Wir alle arbeiten, wir wollen nur, dass sie das GNC freigeben. Wir müssen arbeiten, um Essen auf den Tisch zu bringen."
"Es gibt Leute, die seit 3 oder 5 Uhr morgens hier sind. Seit zwei Wochen sind wir so, sie verarschen uns."
Nach den Protesten trafen sich Vertreter des Sektors im Rathaus mit:
Die Föderation der Kraftstoffverbände (FEC) hat Briefe an folgende Institutionen geschickt:
Gefordert werden:
Der Konflikt in La Plata ereignet sich im Kontext einer hohen Nachfrage nach Erdgas auf nationaler Ebene aufgrund der polaren Kältewelle, die Argentinien seit dem 23. Juni 2026 betrifft. Laut dem Bericht von Economía & Energía:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Geschätzte Gesamtnachfrage nach Gas | 174-178 Mio. m³/Tag |
| Prioritäre Nachfrage (Haushalte + Dienste) | 80,6 Mio. m³/Tag |
| Industrielle Nachfrage | 30 Mio. m³/Tag |
| Nachfrage der Wärmekraftwerke | 28 Mio. m³/Tag |
| Nationale Produktion | 140 Mio. m³/Tag |
| Beitrag regasifiziertes LNG (Escobar) | 18 Mio. m³/Tag |
| Import aus Bolivien | 1 Mio. m³/Tag |
Compressed Natural Gas (CNG/GNC) ist Erdgas, das unter hohem Druck (ca. 200 bar) gespeichert wird, um als Kraftstoff für Fahrzeuge zu dienen. Es ist eine wirtschaftliche und umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen flüssigen Kraftstoffen.
In Argentinien ist GNC weit verbreitet und wird von Taxis, Remises und öffentlichen Verkehrsmitteln aufgrund der niedrigeren Betriebskosten genutzt. Mit etwa 2 Millionen umgerüsteten Fahrzeugen und über 2.000 Tankstellen hat Argentinien eine der größten GNC-Flotten der Welt.
Der Transportsektor kündigte an, die Protestmaßnahmen fortzusetzen, bis eine konkrete Lösung erreicht wird. Die Stadtverwaltung hat sich verpflichtet, bei Camuzzi zu intervenieren, obwohl die Verantwortung für die Versorgung bei mehreren Akteuren der Energielieferkette liegt.
Quellen:
Alfredo S. Quiroga