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Papst Leo XIV. verhängt Exkommunikation wegen unautorisierten Bischofsweihen

02/07/2026 15:25 - Internacionales

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. weiht vier neue Bischöfe

Am 1. Juli 2026 vollzog die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) in Écône, Schweiz, die Bischofsweihe von vier Kandidaten ohne die erforderliche Autorisierung des Papstes. Écône ist das internationale Priesterseminar der Bruderschaft und gilt als ihr spirituelles Zentrum. Die neuen Bischöfe sind Pascal Schreiber (Schweiz), Michael Goldade (USA) sowie Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier (beide aus Frankreich).

Ablehnung durch den Vatikan und Warnung vor einem Schisma

Papst Leo XIV. hatte zuvor die Bruderschaft ausdrücklich gebeten, von diesem Akt Abstand zu nehmen, und ihn als schismatisch (spalterisch) eingestuft. Ein Schisma bedeutet in der katholischen Kirche die Loslösung von der zentralen kirchlichen Autorität, dem Papst. Trotz der Warnungen aus Rom verteidigte der Generalobere der FSSPX, Davide Pagliarini, die Weihen. Er argumentierte, dass dieser Schritt notwendig sei, um die Zukunft der Bruderschaft und ihre seelsorgerische Mission zu sichern.

Historischer Kontext der FSSPX

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde im Jahr 1970 von dem französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet. Lefebvre war ein entschiedener Gegner der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), das die katholische Kirche modernisieren sollte, unter anderem durch die Einführung der Messe in der Landessprache statt auf Latein. Die FSSPX hält an der traditionellen lateinischen Messe fest und lehnt mehrere Modernisierungen ab.

Heute verfügt die Organisation weltweit über etwa 720 Priester und 500.000 Gläubige. Der Vatikan hält jedoch an seiner offiziellen Position fest: Jeder Prozess der Versöhnung mit der römisch-katholischen Kirche setzt als unabdingbare Bedingung die volle Annahme der Dokumente und Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils voraus.

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