23/06/2026 21:51 - Judiciales
Laut aktuellen Berichten hat das Bundesstrafgericht von Comodoro Rivadavia (eine Stadt in der Provinz Chubut, Patagonien) begonnen, die Plädoyers der Staatsanwaltschaft in einem der bedeutendsten Verfahren der jüngeren argentinischen Geschichte anzuhören. Die Staatsanwaltschaft fordert demnach Haftstrafen von bis zu 5 Jahren für vier hochrangige Angeklagte der Argentinischen Marine.
Das U-Boot ARA San Juan verschwand am 15. November 2017 mit 44 Besatzungsmitgliedern an Bord. Die Überreste wurden am 17. November 2018 in einer Tiefe von 907 Metern im argentinischen Meer lokalisiert.
| 25.10.2017 | U-Boot verlässt Mar del Plata mit Mängeln |
| 15.11.2017 | Implosion um 10:51 Uhr |
| 17.11.2018 | Wrack in 907 Metern Tiefe gefunden |
Das U-Boot war laut Anklage am 25. Oktober 2017 von der Marinebasis Mar del Plata (eine Küstenstadt etwa 400 km südlich von Buenos Aires) mit bekannten technischen Mängeln ausgelaufen. Berichten zufolge hatte das Schiff 26 Monate ohne Wartung im Trockendock verbracht – ein entscheidender Faktor für die Katastrophe.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, trotz der mangelhaften technischen Bedingungen die Entscheidung getroffen zu haben, das U-Boot auslaufen zu lassen, was zur Implosion am 15. November 2017 um 10:51 Uhr führte.
Eine Implosion ist der gewaltsame Zusammenbruch einer Struktur nach innen durch den externen Wasserdruck. Im Fall der ARA San Juan überstieg der Druck in ca. 1.000 Metern Tiefe die Widerstandsfähigkeit des Rumpfs und führte zur sofortigen Zerstörung, die der Besatzung keine Überlebenschance bot.
Die 44 Besatzungsmitglieder der ARA San Juan werden im Gedächtnis aller Argentiner bleiben. Dieser Prozess ist ein wichtiger Schritt zur Wahrheit und Gerechtigkeit.
Alfredo S. Quiroga