30/06/2026 21:34 - Politica
Mendoza – eine der bedeutendsten Weinbauregionen Argentiniens, gelegen im westlichen Teil des Landes am Fuße der Anden – ist Schauplatz einer hitzigen Debatte über die Arbeitsbedingungen seiner Volksvertreter. Die Abgeordnete Cintia Gómez von der center-rechten Partei PRO (Propuesta Republicana) hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Abschaffung der traditionellen zweiwöchigen Winterpause der Legislatur vorsieht.
Die geplante Parlamentspause wäre vom 6. bis zum 22. Juli angesetzt. Gómez kritisierte scharf, dass Abgeordnete, die erst im Mai ihre Ämter antraten, nach nur zwei Monaten Arbeit bereits zwei Wochen Ferien beanspruchen könnten – ein Privileg, das im privaten Sektor erst nach über zehn Jahren Betriebszugehörigkeit gewährt wird.
"Dasselbe passiert mit denjenigen, die im November ihre Ämter antreten – Ende Dezember haben sie bereits 30 Tage Urlaub", verglich Gómez in Interviews mit lokalen Medien. "Ein Arbeitnehmer im Privatsektor muss mehr als zehn Jahre Seniorität haben, um dieselben Ferien zu erhalten."
Die Abgeordnete betonte, dass ihr Vorschlag die Unterstützung ihrer Partei genießt, obwohl noch keine Diskussionen mit den übrigen Parlamentsmitgliedern stattgefunden haben.
Lokale Medien berichteten, dass die Winterpause der Legislative in Tarifverhandlungen mit dem Verwaltungspersonal vereinbart wurde – darunter auch Stenografen, die für Sitzungen unverzichtbar sind. Kritiker des Vorschlags argumentieren, dass ohne diese Mitarbeiter keine Sitzungen oder Ausschusstreffen möglich seien.
Gómez entgegnete jedoch, dass die parlamentarische Tätigkeit durch Personalersatz aufrechterhalten werden könnte: "Ich beabsichtige nicht, die Arbeitsrechte irgendjemandes zu verletzen. Was ich sage, ist, dass der Personalmangel durch Ersatz koordiniert werden kann, wie es bei anderen Institutionen geschieht, die weiterfunktionieren. Wie machen das Krankenhäuser oder Sicherheitskräfte?"
Mendoza ist eine der wichtigsten Provinzen Argentiniens, sowohl wirtschaftlich als auch politisch. Die Legislatur von Mendoza tagt vom 1. Februar bis zum 31. Dezember – mit Ausnahme dieser zwei Wochen Winterpause – und gehört zu den aktivsten Provinzparlamenten des Landes. Der Gesetzentwurf wurde am 29. Juni eingebracht und muss nun in den Ausschüssen beraten werden, bevor er zur Abstimmung im Plenum kommen kann.
Quelle: Infobae | Diario El Sol
Alfredo S. Quiroga