30/06/2026 10:48 - Salud
Das Instituto Malbrán (die führende Gesundheitsbehörde Argentiniens, vergleichbar mit dem Robert Koch-Institut in Deutschland) hat einen wichtigen Meilenstein in der epidemiologischen Überwachung bekannt gegeben: der erste Nachweis von Hantavirus in Nagetieren in der Provinz Tierra del Fuego (Feuerland).
Dies ist besonders relevant für Reisende und Einheimische, da Feuerland als das "Ende der Welt" bekannt ist und ein beliebtes Touristenziel ist. Die Gesundheitsmission fand zwischen dem 18. und 22. Mai 2026 statt, bei der insgesamt 144 Nagetiere in der südlichen Region gefangen wurden. Von diesen tested 5 Exemplare der Gattung Abrothrix positiv auf das Virus, was einer Prävalenz von 3,5% in der analysierten Population entspricht.
Für unsere internationalen Leser: Hantavirus ist eine Familie von Viren, die hauptsächlich durch Nagetiere übertragen werden. In Argentinien ist die bekannteste Variante das Andes-Virus, welches das Hantavirus-Lungen-Syndrom (HPS) verursachen kann, eine schwere Atemwegserkrankung.
Die Übertragung auf Menschen erfolgt typischerweise durch das Einatmen von Partikeln aus Urin, Kot oder Speichel infizierter Tiere, oft in geschlossenen Räumen. Es ist wichtig zu wissen, dass keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung bei dieser neuen Variante festgestellt wurde.
Die Analysen des Malbrán-Instituts zeigten, dass es sich um eine neue Virusvariante handelt, die mit dem Andes-Virus verwandt ist, jedoch genetische Unterschiede aufweist, die weitere Studien erfordern.
Die beruhigende Nachricht ist, dass laut Gesundheitsbehörden keine menschlichen Fälle mit dieser neuen Variante assoziiert sind. Zudem stimmt diese Variante nicht mit dem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius überein, der mehr als 650 Personen in 33 Ländern betraf.
| Parameter | Ergebnis |
|---|---|
| Datum der Mission | 18.-22. Mai 2026 |
| Gefangene Nagetiere | 144 Exemplare |
| Hantavirus-positiv | 5 Nagetiere (3,5%) |
| Betroffene Art | Gattung Abrothrix |
| Bestätigte Menschenfälle | Keine |
Dieser Fund gewinnt Relevanz im Kontext des Hantavirus-Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius, bei dem es 13 bestätigte Fälle und 3 Todesfälle gab. Über 650 Kontaktpersonen wurden in 33 Ländern überwacht.
Wissenschaftler des Malbrán schlossen jedoch jegliche Verbindung zwischen der Variante in Feuerland und dem Schiffsaudbruch aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte den Ausbruch auf dem MV Hondius offiziell am 2. Juli 2026 für beendet erklären.
Ein signifikantes Detail der Studie ist das Fehlen des Colilargo-Nagetiers (Oligoryzomys longicaudatus). Diese Art gilt traditionell als Hauptüberträger des Hantavirus in Patagonien. Dass sie nicht gefunden wurde, legt nahe, dass andere Gattungen wie Abrothrix neue Wirte für das Virus in dieser Region sein könnten.
Dies stellt einen neuen Fokus für die wissenschaftliche Forschung in Südamerika dar.
Alfredo S. Quiroga