16/07/2026 06:50 - Politica
Die Vizepräsidentin und die ehemalige Ministerin lieferten sich ein hitziges Wortgefecht, während sich der Senat auf die Debatte des umstrittenen Gesetzes zur Unverletzlichkeit des Privateigentums vorbereitete, inmitten des historischen Sieges der argentinischen Nationalmannschaft.
Verschiedenen Medienberichten zufolge spitzte sich die interne Krise im libertären Lager nach einem explosiven Austausch von WhatsApp-Nachrichten zwischen der Vizepräsidentin und Senatspräsidentin Victoria Villarruel und der ehemaligen Sicherheitsministerin und Vorsitzenden der PRO-Partei, Patricia Bullrich, zu. Der Zusammenstoß ereignete sich am 15. Juli 2026 im Rahmen der Feierlichkeiten zum Sieg der argentinischen Nationalmannschaft gegen England in den Halbfinals der Weltmeisterschaft 2026. Die zugrundeliegenden Spannungen drehen sich jedoch um die entscheidende Sitzung des Senats, die für den 16. Juli 2026 anberaumt ist.
An diesem Tag wird der Senat das Gesetz zur Unverletzlichkeit des Privateigentums behandeln. Dieses Projekt, das von Präsident Javier Milei und seinem Chefberater Federico Sturzenegger vorangetrieben wird, zielt darauf ab, die Vorschriften über den Landbesitz und den Erwerb von Land durch Ausländer radikal zu ändern.
Die Initiative weckt sowohl innerhalb der Regierungskoalition als auch bei der Opposition tiefes Misstrauen. Der umstrittenste Vorschlag sieht die Abschaffung des Gesetzes 26.737 vor, das derzeit eine Obergrenze von 15 % für den Erwerb von Agrarland durch Ausländer festlegt und verbietet, dass ein einzelner Ausländer mehr als 1.000 Hektar im Land erwirbt.
Zusätzlich beschleunigt der Text Zwangsräumungen und hebt den Schutz von Böden nach Bränden (für 60 bzw. 30 Jahre) auf, was deren spätere Privatisierung ermöglicht, mit Ausnahme von Naturwäldern.
Dagegen hat die Oppositionskoalition Unión por la Patria (UxP) einen Gegenvorschlag unterbreitet: Beibehaltung der 15%-Grenze, aber Übergabe der Kontrolle über die Ländereien an die Provinzen. Es ist wichtig zu beachten, dass derzeit in Argentinien fast 13 Millionen Hektar in der Hand von Ausländern sind, darunter Großgrundbesitzer wie die Familie Benetton (920.000 Hektar), der Magnat Joe Lewis (38.000 Hektar) und die Gruppe IRSA/Arauca (die 27 % der Provinz Misiones besitzt).
Der Streit zwischen Villarruel und Bullrich spiegelt die internen Risse in der Regierungskoalition im Vorfeld einer der heikelsten Abstimmungen des Jahres wider. Während das Land den Einzug ins WM-Finale feiert, durchlebt die nationale Politik einen ihrer spannungsreichsten Momente im Senat. Trotz der Differenzen bleibt die argentinische Demokratie lebendig und debattenfreudig, stets auf der Suche nach den besten Wegen für das Land und seine Bürger.
Alfredo S. Quiroga