14/07/2026 15:21 - Internacionales
Die riesige Ananasplantage von Del Monte im Murang'a County, Kenia, erstreckt sich über rund 40 Quadratkilometer und ist der größte Exporteur landwirtschaftlicher Produkte Kenias. Das Unternehmen generiert jährlich über 100 Millionen US-Dollar. Kenia, ein ostafrikanisches Land mit rund 55 Millionen Einwohnern, ist einer der wichtigsten Lieferanten für Obst und Gemüse in Europa. Nach Berichten über Gewaltvorfälle im Jahr 2023, veröffentlicht vom britischen The Guardian, beauftragte das Unternehmen im März 2024 die britische Sicherheitsfirma G4S mit einem Team von 270 Wachleuten sowie GardaWorld, einem kanadischen Sicherheitskonzern. Ziel war es, die Menschenrechtsstandards auf der Plantage zu verbessern.
Trotz der neuen Sicherheitsmaßnahmen warnen Angehörige und Politiker vor drei neuen Todesfällen im vergangenen Jahr, die mutmaßlich mit G4S-Wachleuten und der lokalen Polizei in Verbindung stehen:
Der Senator von Murang'a, Joe Nyutu, äußerte tiefe Besorgnis und forderte eine unabhängige Untersuchung: „Kein Unternehmen, das in Kenia tätig ist, unabhängig von seiner Größe, darf sich einer Kontrolle entziehen.“
Ein Sprecher von G4S gab an, die Wachleute würden in Menschenrechten und Deeskalationstechniken geschult. Die Firma bestritt Unregelmäßigkeiten und argumentierte, die Vorfälle seien polizeiliche Operationen oder Verkehrsunfälle gewesen, die von den kenianischen Behörden untersucht würden. Die Umstände der Todesfälle bleiben jedoch umstritten, und Familien warten weiterhin auf Antworten.
Kenia gehört zu den wichtigsten Agrarexporteuren Afrikas. Der Fall zeigt die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen multinationaler Unternehmen und dem Schutz der Menschenrechte von Arbeitnehmern und Anwohnern. Die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung spiegelt den wachsenden Druck der Zivilgesellschaft in Kenia wider, Transparenz und Rechenschaftspflicht bei ausländischen Unternehmen durchzusetzen.
Alfredo S. Quiroga