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Skandal und antisemitische Rufe im Amtsenthebungsverfahren gegen Richter Alfredo López: Saal geräumt

13/07/2026 21:21 - Judiciales

Extreme Spannungen im argentinischen Richterrat

Am 13. Juli 2026 endete die vierte Tagung des Amtsenthebungsverfahrens (in Argentinien als 'Jury de Enjuiciamiento' bekannt, einem speziellen Tribunal für Richter) gegen den Bundesrichter aus Mar del Plata, Alfredo López, inmitten eines beispiellosen Skandals. Justizquellen zufolge musste die Anhörung unterbrochen und der Saal geräumt werden, nachdem eine Gruppe von Anhängern des Magistrats antisemitische und homophobe Rufe ausgestoßen hatte.

Der Vorfall ereignete sich während der Plädoyers der Anklage, die von den Ratsmitgliedern Luis Juez und Alberto Maques geführt wurden und die Absetzung des Richters forderten. Angesichts der wachsenden Spannungen und der Beleidigungen aus dem Publikum, zu denen Rufe wie „Argentinien ist nicht Palästina“ gehörten, ordnete der Präsident des Amtsenthebungsgerichts, Marcelo Gastón Bartumeu Romero, die Evakuierung des Raumes an und forderte Polizeipräsenz an, um die Fortsetzung der Anhörung ausschließlich mit Beamten und Beratern zu gewährleisten.

Hintergrund der Anklage

Der Prozess gegen Richter López geht auf eine Reihe von Beschwerden zurück, die von der Delegation der Israelitischen Vereinigungen Argentiniens (DAIA, dem wichtigsten Dachverband der jüdischen Gemeinden in Argentinien), der nationalen Abgeordneten Sabrina Ajmechet und den Anwälten Yamil Santoro und José Magioncalda eingereicht wurden. Ihm wird vorgeworfen, das jüdische Volk und den Staat Israel systematisch diskriminiert zu haben, unter anderem durch Veröffentlichungen im sozialen Netzwerk X.

Zu seiner Verteidigung wies der Magistrat ab, in böser Absicht gehandelt zu haben, und argumentierte, seine Meinungsäußerungen seien durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Die Verteidigung bezeichnete den Prozess als „ideologische Verfolgung“ und beantragte die Einstellung des Verfahrens.

Mitglieder des Amtsenthebungsgerichts
  • Präsident: Marcelo Gastón Bartumeu Romero
  • Kammergericht: Néstor Pablo Barral
  • Senatorinnen: María Belén Monte de Oca (LLA - La Libertad Avanza) und María Florencia López (UP - Unión por la Patria)
  • Abgeordnete: Nicolás Mayoraz (LLA) und Christian Alejandro Zulli (UP)
  • Anwältin: Ana Beatriz Fernández

Ein außergewöhnliches Panorama für das Justizsystem

Trotz der Spannungen zeigt dieser Prozess, wie die vorgesehenen institutionellen Mechanismen funktionieren, um Ethik und Rechtmäßigkeit in der Justiz aufrechtzuerhalten. Der Richterrat (Consejo de la Magistratura, das Gremium zur Auswahl und Disziplinierung von Richtern) bearbeitet derzeit parallel drei Amtsenthebungsverfahren gegen Bundesrichter, eine Ausnahmeerscheinung, die das Engagement des Systems unterstreicht, Konflikte auf institutionellem Weg beizulegen.

Zusätzlich zum Fall des Richters aus Mar del Plata wird berichtet, dass die Verfahren gegen den Bundesrichter aus der Provinz La Pampa, Pablo Díaz Lacava (wegen Bedrohung und Gewalt), und den Bundesrichter aus Rosario, Gastón Salmain (wegen Korruption), kurz vor dem Beginn stehen.

Das Urteil, das darüber entscheiden wird, ob das Verhalten von Richter López seinen Verbleib im Amt zulässt, könnte innerhalb der nächsten 20 Arbeitstage verkündet werden, unter strikter Einhaltung der rechtlichen Verfahren und der Suche nach Gerechtigkeit.

Quellen: Infobae und La Capital Mar del Plata.

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

Alfredo S. Quiroga