25/06/2026 03:53 - Internacionales
Der Nationale Wahlrat (CNE) bestätigte offiziell Abelardo de la Espriella als Gewinner der Präsidentschaftswahlen nach einer Auszählung, die den Wettstreit mit weniger als einem Prozentpunkt entschied.
| Kandidat | Stimmen | Prozent |
|---|---|---|
| Abelardo de la Espriella | 12.960.166 | 49,66% |
| Iván Cepeda | 12.708.312 | 48,70% |
Quelle: Nationaler Wahlrat - 99,99% der Tische ausgezählt
Als politischer Außenseiter betrachtet, ist De la Espriella ein Anwalt, der die Präsidentschaft erreichte, indem er einen 180-Grad-Kurswechsel gegenüber der Regierung von Gustavo Petro versprach – dem ersten linken Präsidenten in der Geschichte Kolumbiens.
Gustavo Petro war der erste linke Präsident Kolumbiens (2022-2026). Seine Politik der „Paz total“ (Totaler Frieden) zielte darauf ab, Friedensverhandlungen mit allen bewaffneten Gruppen im Land zu führen, ähnlich dem historischen Friedensabkommen mit der FARC von 2016.
Sein zentrales Programm beinhaltet:
In Cúcuta, einer Grenzstadt zu Venezuela, erzielte De la Espriella einen überzeugenden 76,56% der Stimmen. Dies spiegelt die Angst der Bevölkerung vor der Unsicherheit und der Präsenz bewaffneter Gruppen im Grenzgebiet wider.
📍 Warum ist das wichtig? Cúcuta ist eine Schlüsselstadt an der kolumbianisch-venezolanischen Grenze, die stark unter der Präsenz illegaler bewaffneter Gruppen und dem Schmuggel gelitten hat. Die dortige Bevölkerung hat konsequent nach härteren Sicherheitsmaßnahmen verlangt.
Präsident Donald Trump beglückwünschte den Gewinner über seine Plattform Truth Social mit der Botschaft: „Er hat gewonnen, GROSSARTIG!“. Trump hatte seine Unterstützung für De la Espriella vor der Stichwahl zum Ausdruck gebracht.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu feierte ebenfalls den Triumph.
Der venezolanische Außenminister Yván Gil veröffentlichte eine Erklärung, in der er die Ergebnisse anerkannte: „Die Wahlen verliefen in einer Umgebung der Normalität, Teilnahme und des Friedens.“
Der Kandidat des regierenden Pacto Histórico (Historischer Pakt) erkannte die Ergebnisse an und kündigte an, dank des Oppositionsstatuts einen Sitz im Senat einzunehmen, was ihm eine parlamentarische Präsenz ermöglichen wird.
Der Pacto Histórico ist eine linke politische Koalition, die von Gustavo Petro gegründet wurde und die Präsidentschaftswahl 2022 gewann. Sie vereint verschiedene progressive und soziale Bewegungen.
Der scheidende Präsident Gustavo Petro rief zu einem „friedlichen Widerstand“ angesichts des Regierungswechsels auf.
📌 Kontext: Kolumbien erlebte eine der polarisierendsten Wahlen seiner jüngsten Geschichte. Der Sieg von De la Espriella markiert eine Rückkehr zur Mitte-Rechts nach vier Jahren der ersten linken Regierung des Landes. Der neue Präsident wird vor erheblichen Herausforderungen stehen, darunter die soziale Polarisierung und die Umsetzung seiner harten Sicherheitspolitik.
Alfredo S. Quiroga