20/06/2026 06:29 - Entretenimiento
Escenario de concierto con dos músicos veteranos, uno con bajo eléctrico y otro con guitarra acústica, frente a un estadio colmado de gente con manos levantadas, luces cálidas y atmósfera emocional de rock argentino
Serú Girán, eine der einflussreichsten Bands der argentinischen Rockgeschichte, kehrte mit zwei ihrer Gründungsmitglieder auf die Bühne zurück: David Lebón und Pedro Aznar. Der Movistar Arena in Buenos Aires wurde Zeuge einer Nacht, in der vergangene Emotionen mit der Gegenwart verschmolzen – ein Konzert, das weit über eine nostalgische Show hinausging.
Charly García, das ikonische Genie der Band, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Oscar Moro, der legendäre Schlagzeuger, verstarb 2006. Doch ihre Essenz schwebte den ganzen Abend über den Liedern, die sie einst gemeinsam komponierten.
Die Bühnenkonzeption entfernte sich vom typischen Hits-Programm. Lebón und Aznar gestalteten ein Konzert, bei dem Musik, Licht und Visuals nicht um die Hauptrolle kämpften, sondern sich meisterhaft ergänzten. Die Begleitband – bestehend aus Federico Arreysegor (Keyboards und Gesang), Fernando Cosenza (Gitarren), Matías Sabagh (Schlagzeug) und Fermín Ferraris (Keyboards) – klang makellos.
Pedro Aznar übernahm das Ruder mit seinem präzisen Bass und einer Stimme, die in Stücken wie "Canción de Alicia en el país" dramatische Höhepunkte erreichte. David Lebón zeigte mit 74 Jahren eine messerscharfe Gitarre und ein ungebrochenes Temperament, obwohl seine Stimme die Jahre mit Würde trägt.
Das Repertoire durchlief die gesamte Karriere von Serú Girán:
Die Kompositionen von Lebón strahlen gute Energie aus; die von Aznar laden zur Reflexion ein; und die von García fungieren als borgeanisches Aleph, das in alle Richtungen explodiert. Zusammen bilden sie ein nahtloses Corpus.
| Movistar Arena | 21/06, 10/07, 09/08, 12/09 |
| Tournee | Córdoba, Rosario, Mendoza, Mar del Plata, Montevideo, La Plata, Salta, Tucumán, Neuquén, Bahía Blanca |
"Diese Arbeit mit Pedro zu machen war wunderschön. Ich habe viel erlebt, aber ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich mit 74 Stadien füllen würde."
— David LebónEiner der emotionalsten Momente erreichte das Konzert, als Juan Moro, Sohn des legendären Schlagzeugers Oscar Moro (verstorben 2006), sich hinter die Trommeln setzte, um Lebón und Aznar bei den letzten Liedern zu begleiten. Es war eine Geste der generationenübergreifenden Kontinuität, die das Stadion bewegte.
Die unwiederholbaren Hits erklangen im Finale: "Esperando nacer", "Mundo agradable", "¿Cuánto tiempo más llevará?", "No llores por mi Argentina" und "Peperina". Lieder aus verschiedenen Epochen und kompositorischen Strömungen, die ein harmonisches Ganzes bilden.
Serú Girán wurde 1978 von Charly García gegründet, zusammen mit David Lebón, Oscar Moro und Pedro Aznar. Die Band markierte einen Wendepunkt im argentinischen Rock und kombinierte musikalische Komplexität mit Texten von tiefem sozialem Inhalt. Nach ihrer Trennung 1982 kamen sie 1992 für eine historische Tournee wieder zusammen. Dieses Projekt von Lebón und Aznar rettet das Erbe der Band, ohne es zu kopieren – mit Respekt vor Garcías Abwesenheit aus gesundheitlichen Gründen.
Für internationale Leser: Serú Girán gilt als eine der wichtigsten Bands Lateinamerikas, vergleichbar mit dem Einfluss von Genesis oder Pink Floyd im englischsprachigen Raum. Ihr Album "La grasa de las capitales" (1979) ist ein Meilenstein der hispanoamerikanischen Rockgeschichte.
Alfredo S. Quiroga