19/06/2026 18:21 - Politica
Dos hombres de traje conversando intensamente en un jardín oficial, una residencia presidencial de estilo neoclásico al fondo, ambiente de mañana, tensión política en el aire
Der argentinische Präsident Javier Milei empfing heute Morgen seinen Kabinettschef Manuel Adorni zu einem privaten Frühstück in der Quinta de Olivos. Für ausländische Leser: Die Quinta de Olivos ist die offizielle Residenz des argentinischen Präsidenten, vergleichbar mit dem Weißen Haus in den USA oder dem Palais de l'Élysée in Frankreich. Das Treffen wurde von offiziellen Quellen bestätigt und war Teil der wöchentlichen Routinetreffen zur Besprechung von Regierungsangelegenheiten.
Der Kontext verleiht diesem Treffen jedoch eine besondere Bedeutung: Es findet inmitten eines Medienskandals statt, der seit über drei Monaten andauert. Das Bild von Adorni, der die Präsidentenresidenz betritt, wurde von Fotografen festgehalten und als Zeichen der Unterstützung interpretiert. Quellen aus dem Umfeld des Kabinettschefs betonten: "Weder wird er entlassen noch wird er zurücktreten". Andere Quellen im Regierungssitz Casa Rosada räumen jedoch ein, dass die Bestätigung "vorübergehend" ist.
Am Freitag, 20. Juni wird Adorni öffentlich beim Festakt zum Tag der Flagge am Nationalmonument der Flagge in Rosario erscheinen. Für internationale Leser: Der Tag der Flagge ist ein argentinischer Nationalfeiertag, der den 206. Todestag von Manuel Belgrano commemoriert – einem der Gründungsväter Argentiniens und Schöpfer der argentinischen Flagge. Rosario ist die drittgrößte Stadt des Landes und liegt in der Provinz Santa Fe.
Der Kabinettschef bestätigte Milei seine Anwesenheit und beide werden gemeinsam bei der Zeremonie erscheinen. Es wird erwartet, dass er in der ersten Reihe neben der Generalsekretärin der Präsidentschaft, Karina Milei, sitzt. Das Monument wurde nach Renovierungsarbeiten von über 4.000 Millionen Pesos (ca. 4 Millionen USD) wiedereröffnet.
Der Senat verschob die für den 18.06.2026 geplante Sitzung und setzte die Befragung von Adorni auf den 25.06.2026 an. Bei Genehmigung muss der Beamte am 02.07.2026 aussagen. Die Misstrauensrede hat bereits 120 der erforderlichen 129 Unterschriften gesammelt.
Patricia Bullrich (Sicherheitsministerin) verhandelte mit Verbündeten. Die Parteien PRO und UCR – beide konservative Parteien der Oppositionskoalition – forderten Adornis Rücktritt. Der Gouverneur von Córdoba, Martín Llaryora, verlangte ebenfalls seinen Rücktritt. Nur neun Unterschriften trennen die Regierung von einer institutionellen Krise.
Sowohl der Präsident als auch der Kabinettschef arbeiten an neuen Ankündigungen, um den Fokus vom Skandal wegen illegaler Bereicherung abzulenken. Im Umfeld von Adorni nennen sie dies "positive Agenda", orientiert an neuen Regierungsvorschlägen.
Seit letztem Mittwoch, als er ein Interview bei LN+ gab, hat Adorni vier vollständige Regierungsmitteilungen veröffentlicht. Die letzte war heute Morgen zur Veröffentlichung der Resolution 283/15.
Inmitten dieser Spannung wurde die Ernennung von Adrián Ravier zum neuen Präsidentensprecher bestätigt. Er ist ein klassischer liberaler Ökonom, Abgeordneter der Provinz La Pampa und Buchautor zusammen mit Milei. Die Änderung bedeutet eine Verkleinerung von Adornis Funktionen, der die Kabinettschefposition behält, aber die Sprecherrolle abgibt.
Adorni gab die Auslassung von 500.000 USD in seiner Vermögenserklärung zu. Sein Vermögen stieg von 20 Millionen Pesos auf 944 Millionen Pesos – eine Steigerung von 775%. Sein Bruder Francisco Adorni, Abgeordneter der Provinz Buenos Aires, steht ebenfalls unter Untersuchung wegen illegaler Bereicherung.
Regierungsquellen enthüllten, dass Milei die Strategie des "Chicken Game" anwendet – eine Referenz auf den Film "Denn sie wissen nicht, was sie tun". Der Präsident behauptet, die Opposition werde die politischen Kosten nicht übernehmen, um den Kabinettschef abzusetzen. Falls der Senat voranschreitet, könnte Milei einen "Staatsstreich" behaupten.
Eine Umfrage von D'Alessio IROL - Berensztein platziert Milei an siebter Stelle im Image-Ranking mit nur 36% positivem Image. Adorni erscheint an letzter Stelle mit 13%. Der Präsident behauptet: "Das Image ist mir egal, ich werde es später zurückgewinnen".
Quellen: Infobae | La Política Online
Alfredo S. Quiroga