17/06/2026 16:22 - Salud
Médico mostrando información sobre herpes zóster a paciente mayor en consultorio moderno
Für deutsche Leser mag es überraschend klingen: Lionel Scaloni ist in Argentinien ein Nationalheld. Der heutige Nationaltrainer führte die Selección Argentina – so heißt die argentinische Fußballnationalmannschaft – zum Weltmeistertitel bei der WM 2022 in Katar. Doch der Triumph hatte seinen Preis: Im Februar 2023, wenige Wochen nach der Weltmeisterschaft, erkrankte Scaloni an Herpes Zoster, einer schmerzhaften Viruserkrankung.
„Manchmal schafft man nicht alles, weil der Körper Halt sagt. Tatsächlich bekam ich im Februar nach der WM Gürtelrose. Als sich der Körper entspannte, fing er an, Nachwirkungen dieses Prozesses zu zeigen", gestand der Trainer öffentlich.
Um die Dimension dieses Stressereignisses zu verstehen, muss man wissen: In Argentinien ist Fußball keine bloße Sportart, sondern eine nationale Leidenschaft. Die WM 2022 war für das Land besonders emotional aufgeladen – es war der erste Titel seit 1986 (die legendäre Ära von Diego Maradona) und der erste große Triumph von Lionel Messi, Argentiniens größtem Sportidol. Der Druck auf Trainer und Spieler war unvorstellbar hoch, und Scaloni trug die Verantwortung für 46 Millionen argentinische Fans.
Herpes Zoster, im Deutschen als „Gürtelrose" bekannt und umgangssprachlich in Argentinien „culebrilla" genannt, ist keine völlig neue Erkrankung. Sie entsteht durch die Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus – demselben Virus, das Windpocken verursacht.
Nach einer Windpockeninfektion in der Kindheit bleibt das Virus im Körper. Es „schläft" in den Nervenknoten und wartet auf eine Gelegenheit, wieder „aufzuwachen" – besonders wenn das Immunsystem geschwächt ist.
Experten schätzen, dass 90% der über 50-Jährigen gefährdet sind. Mit dem Alter entsteht eine natürliche Schwächung des Immunsystems – ein Prozess namens Immunoseneszenz.
Die Krankheit beginnt oft mit Juckreiz, Kribbeln und Berührungsempfindlichkeit, gefolgt von einem Hautausschlag – typischerweise im Gesicht, am Brustkorb oder am Bauch.
Eine Umfrage des Pharmaunternehmens GSK aus dem Jahr 2024 mit 3.500 Teilnehmern über 50 Jahren in 12 Ländern zeigte besorgniserregende Ergebnisse:
| Erkenntnis | Ergebnis |
|---|---|
| Unkenntnis über Risiko und Schwere | 86% der Befragten |
| Glaube: nur 1 von 100 ist gefährdet | 26% |
| Annahme: Risiko liegt bei 1 zu 1.000 | 17% |
| Halten Erkrankung für unwahrscheinlich | 49% |
Die Infektiologin Dr. Elena Obieta betont: „Jeder Arztbesuch ist eine Gelegenheit, über Prävention solcher Krankheiten zu sprechen und das Immunsystem zu stärken." Impfungen sind ein zentraler Schutz vor Herpes Zoster.
Der Fall Scaloni ist eine mahnende Erinnerung: Der Körper vergisst nichts – und extremer Stress, sei es durch sportliche Leidenschaft oder den Druck des Alltags, kann reale, schmerzhafte Folgen haben.
Alfredo S. Quiroga