Die argentinische Anwältin und Aktivistin Nadia Beller, die in Bolivien einen Schusswechsel überlebte, meldet einen neuen Vorfall: Während ihres Klinikaufenthalts in Santa Cruz versuchte ein Mann, ihr Zimmer zu betreten. Er gab vor, Polizist zu sein, aber seine Zivilkleidung war verdächtig. Beller spricht von einem 'Staatsverbrechen' und fordert Schutz.

Die Anwältin Nadia Beller, bekannt für ihre Arbeit zu politischen Themen und Menschenrechten, hat einen weiteren Schock erlebt. Nur wenige Tage nach einem blutigen Attentat, das sie am 17. August in Santa Cruz de la Sierra, Bolivien, knapp überlebte, tauchte nun ein Eindringling in ihrem Krankenhauszimmer auf. Die Klinik Las Américas in Santa Cruz wurde zum Schauplatz eines erneuten Alarms.

Der Vorfall in der Klinik

Laut Bellers Schilderung auf ihren Social-Media-Profilen erschien ein Mann in ziviler Kleidung am Eingang zu ihrer Station. Er behauptete, Policía (Polizist) zu sein und verlangte, in ihr Zimmer zu gehen. Doch anstatt eine Dienstuniform zu tragen, war er nur mit einer gelben Jacke, einem abgetragenen Jeans und weißen Turnschuhen bekleidet. Als das Sicherheitspersonal Fragen stellte, antwortete der Unbekannte, er wolle sich umziehen – und kehrte nie zurück. Beller sah in ihm das Gesicht eines der Angreifer von 17. August wieder. Sie veröffentlichte Bildvergleiche, die eine – nach eigenen Angaben – übereinstimmende Person zeigten.

Fallübersicht

  • Angriff: 17. August, Santa Cruz
  • Verletzungen: Drei Schüsse
  • Verhaftet: Fernando Cerimedo (mutmaßlicher Drahtzieher)
  • Untersuchungshaft: 180 Tage
  • weiterer Verdacht: Róger A. C. (Waffenbeschaffer)

Ein „Staatsverbrechen"?

Beller nannte den Vorfall im Krankenhaus einen „Staatsverbrechen" und wies die Verantwortung direkt dem Generalkommando der Polizei und dem Innenministerium von Bolivien zu. Sie forderte eine Identifizierung der Person und eine stärkere Sicherheitspräsenz, aber die Behördung hingegen zeigt sich schweigsam.

Der Angriff auf sie war am 17. August am Eingang eines Hotels in Santa Cruz: Zwei Motorradfahrer schossen sie an und stahlen ihr Handy. Die Ermittlungen führten zu ihrer Ex-Partnerin, der politischen Beraterin Fernando Cerimedo, der am 21. August in Untersuchungshaft im Gefängnis Palmasola genommen wurde. Cerimedo beteuert seine Unschuld. Neben ihm ist Róger A. C. verhaftet, der die Waffe zur Verfügung gestellt haben soll. Ein Kolumbianer, der als mutmaßlicher Schütze gilt, hat sich selbst der Polizei gestellt und bestreitet die Tat. Die beiden Hubfänger sind noch flüchtig.

Kontakte zur Korruption

In einem anderen Skandal hat Beller Bezüge zu den Audios von Korruption hergestellt, die den früheren Leiter der Agentur für Behinderung (Andis), Diego Spagnolo, kompromittieren. Diese Aufnahmen wurden laut Beller von Cerimedo und seiner Ehefrau Natalia Basil, die auch bei der Agentur arbeitete, verbreitet. Der Skandal belastet die Regierung von Argentiniens Präsidenten Javier Milei.