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Trump droht der EU mit 100% Zöllen wegen der Digitalsteuer

27/06/2026 13:56 - Internacionales

Eine direkte Warnung über Truth Social

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, veröffentlichte am Freitag, den 27. Juni 2026, auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social eine beispiellose handelspolitische Drohung. Er verkündete, dass jedes europäische Land, das einen Impuesto a servicios digitales (Digitalsteuer) auf US-Unternehmen erhebt, automatisch mit einem Zoll von 100% auf alle seine Exporte in die USA bestraft werde.

Trump begründete dies damit, dass 'zahlreiche europäische Länder' die Einführung solcher Steuern auf US-Firmen diskutieren und einige 'kurz davor seien, dies umzusetzen'. Die Maßnahme würde bestehende Handelsabkommen mit den betroffenen Nationen außer Kraft setzen.

Hintergrund: Was ist die Digitalsteuer?

Die Digitalsteuer (Digital Services Tax, DST) ist eine Abgabe, die verschiedene Länder auf die Einnahmen großer Technologieunternehmen erheben. Ziel ist es, Konzerne wie Apple, Google, Amazon und Facebook dort besteuern, wo sie ihre Gewinne erwirtschaften, unabhängig von ihrem steuerlichen Sitz. Dies ist ein zentrales Thema im internationalen Steuerrecht, da viele dieser Firmen ihre Gewinne in Niedrigsteuerländer verlagern.

In Europa haben bereits mehrere Länder solche Steuern umgesetzt:

  • Frankreich, Spanien und Italien: Erheben 3% auf die Umsätze großer Tech-Konzerne.
  • Vereinigtes Königreich: 2% auf Plattformen sozialer Medien, Suchmaschinen und Online-Märkte mit globalen Umsätzen über £500 Millionen.

Allein im Vereinigten Königreich brachte diese Steuer im Zeitraum 2024-2025 über £800 Millionen ein, wie Daten des britischen Schatzamtes zeigen.

Die Reaktion der Europäischen Union

Ein Sprecher der Europäischen Kommission, Olof Gill, wies die Drohung zurück und betonte das Recht der EU auf Gegenmaßnahmen.

'Einseitige Maßnahmen, die gegen legitime Politiken gerichtet sind, sind nicht gerechtfertigt. Sollten sie umgesetzt werden, wird die EU schnell und entschlossen reagieren, um ihre Rechte und regulatorische Autonomie zu verteidigen.'

Gill betonte zudem, dass die Digitalsteuer kein Land speziell ins Visier nimmt, sondern auf 'alle großen Unternehmen unabhängig von ihrer Herkunft' angewendet wird.

Verschärfung des Handelskonflikts

Trump's Drohung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Der 4. Juli 2026 ist die Stichtags-Frist für die Umsetzung eines Zollabkommens zwischen der EU und den USA.

Im Mai 2026 unterzeichneten die EU und die USA ein Handelsabkommen, das die meisten Zölle auf europäische Importe auf maximal 15% begrenzt. Die Digitalsteuer wurde jedoch aus diesem Abkommen ausgeklammert und bleibt ein Streitpunkt.

Bereits im April 2026 hatte Trump dem Vereinigten Königreich mit einem 'großen Zoll' gedroht, da dieses US-Firmen durch Steuern ins Visier nehme.

'Sie glauben, dass sie leichtes Geld machen können. Deshalb haben alle unser Land ausgenutzt.', sagte Trump damals.

Mögliche Folgen

Falls die Warnung in die Tat umgesetzt wird:

  • Es droht ein umfassender Handelskrieg zwischen den USA und der EU.
  • Die 27 EU-Mitgliedstaaten könnten zu Vergeltungsmaßnahmen gezwungen sein.
  • Der transatlantische Handel würde stark beeinträchtigt.
  • Existierende Abkommen werten ihren Wert verlieren.

Mai 2026EU unterzeichnet Abkommen mit USA (max. 15% Zoll)April 2026Trump droht dem UK mit hohem Zoll27. Jun 2026Trump droht mit 100% Zoll auf EU-Exporte4. Jul 2026Frist für die Umsetzung des Zollabkommens

Wer ist betroffen?

  • 🇫🇷 Frankreich - Steuer 3% aktiv
  • 🇪🇸 Spanien - Steuer 3% aktiv
  • 🇮🇹 Italien - Steuer 3% aktiv
  • 🇬🇧 Vereinigtes Königreich - Steuer 2% aktiv
  • 🇪🇺 Andere EU-Länder - In Diskussion
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