27/06/2026 03:35 - Politica
In einer entscheidenden Wendung der argentinischen Politik hat der ehemalige Präsident Mauricio Macri während eines Aktes in Mar del Plata verkündet, dass seine Partei, der PRO, für die Interpellation ( parlamentarische Befragung) von Manuel Adorni in beiden Kammern des Parlaments stimmen wird.
Für ausländische Beobachter ist es wichtig zu verstehen, dass der PRO ein zentraler Verbündeter der Regierung von Javier Milei ist. Macris Kritik an der „blinden Loyalität“ bei der Ernennung von Funktionären ist ein klares Signal für ethische Standards. Er betonte, dass „niemand wichtiger ist als der Wandel“, und warnte davor, dass die Beibehaltung umstrittener Funktionäre das für das politische Projekt notwendige Vertrauen zerstöre.
Der Skandal um Manuel Adorni, Stabschef und ehemaliger Präsidentensprecher, erschüttert das Land. Er steht im Verdacht, sein Vermögen um unglaubliche 775 % erhöht zu haben – von geschätzt 20 Millionen auf 944 Millionen Pesos.
Adorni erklärte am 10. Juni 2026, dass er seit 2013 nicht deklarierte Ersparnisse in Höhe von 500.000 Dollar in Kryptowährungen besaß, was den Anstieg teilweise erklären soll.
Der Fall hat schwerwiegende Folgen: Esteban Bullrich trat aus dem PRO aus, da er die Haltung der Partei für unzureichend hielt.
Präsident Milei verteidigt Adorni und erklärt, er werde ihn nur entlassen, „wenn die Justiz entscheidet“. Die Erklärung über die Krypto-Fonds wurde vom Präsidenten akzeptiert.
Staatsanwalt Gerardo Pollicita ermittelt den Vermögensursprung, darunter Barzahlungen in Höhe von 246.000 USD für Umbauten in einem Country-Club.
Die Sitzung zur Befragung am 25. Juni 2026 scheiterte aufgrund Fehlens eines Quorums: Nur 117 Abgeordnete waren anwesend, obwohl 129 notwendig waren. Der Verfassungsausschuss wird die Anträge ab dem 30. Juni 2026 behandeln.
Inzwischen hat Adrián Ravier am 26. Juni 2026 das Amt des Präsidentensprechers übernommen. Seine erste Pressekonferenz ist für den 30. Juni 2026 angesetzt.
Es wird spekuliert, dass Diego Santilli Adorni als Stabschef ersetzen könnte, falls der Druck zu groß wird. Dies wird von Schlüsselfiguren wie Karina Milei und Santiago Caputo verhandelt.
Die Regierung bezeichnet die Anschuldigungen als „Operation des Peronismus“. Milei bestätigte aus Madrid, dass Adorni im Amt bleibt, solange keine gerichtliche Verurteilung wegen illegitimer Bereicherung vorliegt. Dies unterstreicht die in Argentinien übliche politische Spannung zwischen Exekutive und Legislative in Ethikfragen.
Alfredo S. Quiroga