23/06/2026 19:18 - Economia
Die argentinische Wirtschaft verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein Wachstum von 0,7 %. Dieser offizielle Datensatz markiert den ersten signifikanten Aufschwung der wirtschaftlichen Aktivität in diesem Jahr und stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber dem letzten Quartal des Jahres 2025 dar.
Für ausländische Beobachter ist dies ein wichtiges Signal: Nach Jahren der Instabilität scheint Argentinien einen Pfad der Erholung einzuschlagen. Das Wachstum, wenngleich moderat, wird als Anzeichen gewertet, dass die Anpassungsmaßnahmen und die Förderung des Exportsektors Früchte tragen. Experten betonen jedoch, dass die Nachhaltigkeit dieses Aufschwungs stark von der Entwicklung der internationalen Energiemärkte und der inneren Fiskalpolitik abhängen wird.
| Offizieller Dollar (Verkauf) | $1.480 |
| Dólar Blue (Schwarzmarkt) | $1.480 |
| Länderrisiko (Country Risk) | 425 Basispunkte |
| Geschätzte Inflation (Juni) | 2,1 % |
| Reserven der Zentralbank | USD 47.508 Mio. |
Hinweis: Die Angleichung zwischen dem offiziellen Dollar und dem 'Dólar Blue' ist für argentinische Verhältnisse historisch und signalisiert eine nie dagewesene Stabilität am Devisenmarkt. Das Länderrisiko erreichte den tiefsten Stand seit April 2018.
Der Begriff Vaca Muerta (übersetzt 'tote Kuh') mag für Außenstehende seltsam klingen, doch er bezeichnet das „Eldorado“ der argentinischen Energie. Diese Formation ist weltweit das zweitgrößte Schiefergas- und viertgrößte Schieferölvorkommen.
Die Exporte aus dieser Region sollen 2026 voraussichtlich USD 11.000 Millionen erreichen. Große Projekte wie Argentina LNG (vergeben an UTE SACDE-Tecnimont) und die Initiativen von YPF und ENI zur Förderung von Flüssigerdgas (LNG) im Golfo San Matías festigen diese Perspektive. Diese Investitionen schaffen rund 5.000 neue Arbeitsplätze direkt in der patagonischen Wüste.
Ökonomen prognostizieren eine Beschleunigung des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte 2026, sollten die Investitionen im Energiesektor wie geplant umgesetzt werden. Ein interessanter geopolitischer Faktor ist die Situation in der Straße von Hormus: Ein möglicher Vertrag zwischen Iran und den USA könnte die Ölpreise beeinflussen, was Argentinien als Netto-Exporteur von Energie positiv treffen würde.
Alfredo S. Quiroga