21/06/2026 21:04 - Internacionales
Celebración electoral en Colombia con banderas nacionales, ciudadanos votando en urnas, ambiente democrático con colores amarillo azul y rojo, tarima con micrófonos para discurso del ganador
Kolumbien hat am Sonntag, den 21. Juni 2026 seinen politischen Kurs für die kommenden vier Jahre festgelegt. In einer Stichwahl, die das Land bis zur letzten Minute in Atem hielt, wurde Abelardo de la Espriella zum neuen Präsidenten gewählt. Das offizielle Wahlergebnis, veröffentlicht von der Registraduría Nacional del Estado Civil (der nationalen Wahlbehörde Kolumbiens), zeigt mit 99,84% der ausgezählten Wahllokale ein knappes Ergebnis.
De la Espriella erhielt 12.941.992 Stimmen (49,71% der gültigen Stimmen), während sein Gegner Iván Cepeda auf 12.694.863 Stimmen (48,64%) kam. Die Differenz von etwa 247.000 Stimmen macht diese Wahl zu einer der knappsten in der jüngeren Geschichte des südamerikanischen Landes.
Abelardo de la Espriella ist ein kolumbianischer Strafrechtsanwalt im Alter von 47 Jahren. Im Juli 2025 gründete er die politische Bewegung "Defensores de la Patria" (Verteidiger des Vaterlandes), die im rechten politischen Spektrum angesiedelt ist. Seine Plattform konzentrierte sich auf konservative Werte und eine deutliche Kritik an der scheidenden Regierung von Gustavo Petro, dem ersten linken Präsidenten in der Geschichte Kolumbiens.
Bemerkenswert war die internationale Unterstützung während seines Wahlkampfs: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump und der argentinische Präsident Javier Milei äußerten ihre Unterstützung. Mileis Einmischung in innere Angelegenheiten führte sogar zu einer diplomatischen Note der kolumbianischen Regierung.
| Kandidat | Stimmen | Prozent |
|---|---|---|
| Abelardo de la Espriella | 12.941.992 | 49,71% |
| Iván Cepeda | 12.694.863 | 48,64% |
Daten mit 99,84% ausgezählten Wahllokalen
| Kandidat | Prozent |
|---|---|
| De la Espriella | 43,74% |
| Cepeda | 40,90% |
Kein Kandidat erreichte die nötige absolute Mehrheit
Kolumbien ist eine Präsidialrepublik mit einer Bevölkerung von etwa 52 Millionen Einwohnern. Das Land besteht aus 32 Departamentos (Provinzen) und der Hauptstadt Bogotá. Für die Präsidentschaftswahl ist eine absolute Mehrheit erforderlich – das heißt, ein Kandidat muss mehr als 50% der Stimmen erhalten. Da im ersten Wahlgang am 31. Mai 2026 kein Kandidat diese Hürde nahm, war eine Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten notwendig.
Die Amtszeit des Präsidenten beträgt vier Jahre ohne direkte Wiederwahlmöglichkeit. Der neue Präsident wird sein Amt im August 2026 antreten.
Der ehemalige Präsident Álvaro Uribe (im Amt 2002-2010), eine einflussreiche Figur des kolumbianischen Konservatismus, feierte den Sieg und betonte, dieser sei trotz "illegaler Wahlkampagne der Regierung Petro, Stimmenkauf und Einmischung narcoterroristischer Gruppen" gelungen.
Der scheidende Präsident Gustavo Petro meldete Bedenken an: Er kritisierte, dass Rechtsbeistände keinen Zugang zu Corferias erhielten – dem größten Wahlzentrum in Bogotá. Petro erinnerte daran, dass "nur Richter bestimmen, wer Präsident Kolumbiens ist".
Iván Cepeda, Senator und führender Politiker des Pacto Histórico (einem linken Wahlbündnis), kündigte an, 31.000 Wahllokale anzufechten und die offiziellen Auszählungsergebnisse abzuwarten, bevor er seine Niederlage anerkennt.
Die US-Kongressabgeordnete María Elvira Salazar reiste nach Barranquilla (eine wichtige Hafenstadt an der karibischen Küste Kolumbiens), um De la Espriella zu begleiten. Sie warnte vor möglichen Sanktionen gegen Personen, die sich an einem eventuellen Wahlbetrug beteiligen könnten, und verwies auf die Position des US-Außenministeriums.
Auch die kolumbianische Diaspora beteiligte sich aktiv: De la Espriella schnitt in den USA, Kanada und Venezuela besser ab, während Cepeda in anderen Regionionen stärker war.
Politische Parteien wie Cambio Radical (eine zentristische Partei) und die Partido Liberal (eine der traditionellen Parteien Kolumbiens) signalisierten ihre Bereitschaft, mit der neuen Regierung zusammenzuarbeiten. Der Anwalt Iván Cancino, ein Unterstützer De la Espriellas, wies darauf hin, dass bei der Wahl 2022 die Differenz zwischen Vorauszählung und offiziellem Ergebnis minimal war (0,1%), was gegen größere Unregelmäßigkeiten spricht.
Die neue Regierung markiert einen Rückblick nach rechts in der kolumbianischen Politik nach vier Jahren linker Regierung unter dem Pacto Histórico. Das Land, das mit Herausforderungen wie dem Friedensprozess mit ehemaligen Guerillagruppen, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Bekämpfung des Drogenhandels konfrontiert ist, steht vor einer neuen politischen Ära.
Quellen: Registraduría Nacional del Estado Civil, Infobae Colombia
Alfredo S. Quiroga