20/06/2026 18:26 - Internacionales
Primera ministra italiana con expresión firme respondiendo a declaraciones ofensivas, bandera italiana de fondo, ambiente de conferencia de prensa oficial
Giorgia Meloni ist seit 2022 die Ministerpräsidentin Italiens und Vorsitzende der rechtskonservativen Partei "Fratelli d'Italia". Donald Trump wurde 2025 erneut zum US-Präsidenten gewählt. Beide galten bis vor Kurzem als politische Verbündete – was diese Krise besonders bemerkenswert macht.
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte sich am Freitag, den 19. Juni 2026, als "fassungslos" über die Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump. In einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender La7 behauptete dieser, sie habe ihn während des jüngsten G7-Gipfels in Frankreich "angefleht", gemeinsam mit ihm fotografiert zu werden.
"Beim G7-Gipfel hat sie mich angefleht, ein Foto mit ihr zu machen. Es tat mir leid", erklärte Trump laut der veröffentlichten Transkription. "Sie hat mich darum gebeten, mit ihr fotografiert zu werden! Sie wollte unbedingt ein Foto mit mir. Ich hätte es nicht akzeptiert, aber es tat mir leid!", fügte der US-Präsident hinzu.
Die Regierungschefin Italiens reagierte umgehend mit einem Video in den sozialen Medien: "Die Aussagen von Donald Trump sind völlig erfunden. Aufrichtig gesagt, bin ich fassungslos."
"Weder ich noch Italien betteln jemals."
"Ich verstehe nicht, warum sich der Präsident der Vereinigten Staaten so gegenüber seinen Verbündeten verhält. Außerdem ist das nicht das erste Mal, dass so etwas passiert."
"Ich kann nur sagen, dass ich es bedauere, dass er nicht dieselbe Entschlossenheit gegenüber den Feinden des Westens, den Feinden der Vereinigten Staaten zeigt."
In Italien ist die Würde der Nation ("l'onore dell'Italia") ein äußerst sensibles Thema. Melonis scharfe Reaktion ist vor diesem Hintergrund zu verstehen – sie verteidigt nicht nur sich selbst, sondern das Ansehen ihres Landes.
Der italienische Außenminister Antonio Tajani kündigte die Absage seines für den 21. und 22. Juni 2026 geplanten Besuchs in den Vereinigten Staaten an. Als Grund nannte er die "schweren und beleidigenden Worte des Präsidenten Trump gegenüber der Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die ganz Italien beleidigen".
Das Verhältnis zwischen Trump und Meloni, einst politische Verbündete, hat sich in den letzten Monaten erheblich verschlechtert. Grund dafür sind zahlreiche Meinungsverschiedenheiten:
| Streitpunkt | Details |
|---|---|
| Krieg im Iran | Meloni unterstützte Trumps Position im seit Februar 2026 andauernden Konflikt nicht |
| Handelszölle | Unterschiedliche Ansichten zu Zollpolitiken zwischen USA und EU |
| Konflikt in der Ukraine | Abweichende Positionen zum Ukraine-Krieg |
| Krieg in Gaza | Meinungsverschiedenheiten im Nahost-Konflikt |
| Kritik an Papst Leo XIV. | Trump kritisierte Meloni im April 2026 für die Verteidigung des Papstes |
Meloni nahm an Trumps Amtseinführung 2025 teil und traf ihn in Mar-a-Lago (Trumps Anwesen in Florida). Italien ist der drittgrößte Handelspartner der USA innerhalb der EU, was der diplomatischen Spannung zusätzlich wirtschaftliches Gewicht verleiht.
Der G7 (Gruppe der Sieben) ist ein zwischenstaatliches Forum der sieben wirtschaftlich stärksten Industrienationen der Welt: Deutschland, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und die USA. Der letzte Gipfel fand im Juni 2026 im Schloss Versailles, Frankreich statt. Diese informelle Gruppe koordiniert globale Wirtschaftspolitik und reagiert auf internationale Krisen.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bekundete seine Solidarität mit Meloni. Der Vorfall sorgt in europäischen diplomatischen Kreisen für Besorgnis über den Zustand der transatlantischen Beziehungen.
Italien ist nicht nur ein wichtiger NATO-Partner, sondern auch eine Schlüsselrolle in der europäischen Migrationspolitik und der Stabilität im Mittelmeerraum. Die Verschlechterung der italienisch-amerikanischen Beziehungen könnte weitreichende Folgen für die europäische Außenpolitik haben.
Quellen: Deutsche Welle, EFE, AFP
Alfredo S. Quiroga