16/06/2026 13:52 - Internacionales
Puente del Esqueleto en Limeira São Brasil con cuerdas de rope jump y ambiente dramático al atardecer
Ein Video, das in den sozialen Medien kursiert, hat eine Welle der Empörung in Brasilien ausgelöst. Es zeigt Luis Felipe Feliciano Egoroff, einen der wegen Totschlags in Untersuchungshaft befindlichen Instructor, wie er Rope-Jump-Sprünge mit einem Kind auf demselben „Puente del Esqueleto“ in Limeira, Bundesstaat São Paulo, durchführt.
Das Material taucht inmitten der Ermittlungen zum Tod der 21-jährigen María Eduarda Rodrigues de Freitas auf. Sie verunglückte am 13. Juni 2026 tödlich, als sie während einer Rope-Jump-Aktivität etwa 40 Meter in die Tiefe stürzte, weil sie nicht richtig am Sicherheitsseil befestigt war.
Limeira ist eine mittelgroße Stadt mit etwa 300.000 Einwohnern im Bundesstaat São Paulo, im Südosten Brasiliens. Die Region ist bekannt für Landwirtschaft und wachsenden Tourismus. Der „Puente del Esqueleto“ ist eine alte Eisenbahnbrücke, die heute als beliebter Ort für Extremsportarten dient.
Die Zivilpolizei von São Paulo hält drei Instructor fest, angeklagt wegen homicídio com dolo eventual (Totschlag mit bedingtem Vorsatz):
„Dolo eventual“ ist ein juristischer Begriff des brasilianischen Strafrechts: Der Täter nimmt den Tod des Opfers billigend in Kauf, auch wenn er ihn nicht direkt beabsichtigt.
Der Rope Jump ist eine Extremsportart, die Elemente des Bungee-Jumping mit Klettertechniken verbindet. Der entscheidende Unterschied: Statt elastischer Bungee-Seile werden statische Seile verwendet, die nicht zurückfedern.
Dadurch sind größere Pendelbewegungen möglich, aber es ist auch mehr technisches Wissen erforderlich. Teilnehmer benötigen doppelte Sicherheitssysteme: Hüft- und Brustgeschirr, Helm und zertifizierte Seile.
Die Behörden entdeckten, dass das Unternehmen, das die Rope-Jump-Aktivitäten auf dem Puente del Esqueleto organisierte, keine steuerliche Registrierung besaß und über keine Genehmigungen für Extremsport-Tourismus verfügte.
Die Instructor gaben zu, dass die junge Frau zum Zeitpunkt des Sprungs nicht richtig gesichert war – ein tragischer und vermeidbarer Fehler.
Die Mutter von María Eduarda veröffentlichte auf sozialen Medien einen bewegenden Abschiedsbrief: „Meine Tochter hat euch vertraut. Sie wollte nur eine Erfahrung machen, nicht sterben. Ich will, dass ihr bezahlt für das, was ihr getan habt.“
Der Freund der Verstorbenen, der den Unfall miterlebte, musste wegen eines emotionalen Schocks ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem er sah, wie seine Partnerin ohne Sicherheitsseil vom Brücke stürzte.
In Brasilien sind Abenteuertourismus und Extremsportarten beliebt, aber die Regulierung ist lückenhaft. Im Gegensatz zu europäischen Ländern wie Deutschland gibt es keine einheitlichen Sicherheitsstandards für alle Bundesstaaten. Der Fall hat eine landesweite Debatte über strengere Kontrollen ausgelöst.
Alfredo S. Quiroga