15/06/2026 10:16 - Entretenimiento
Una periodista argentina con cabello oscuro hablando en un estudio de televisión con iluminación profesional, micrófono visible, expresión seria y determinada, ambientación de programa de espectáculos
María Julia Oliván, eine bekannte argentinische Journalistin, die seit über zwei Jahrzehnten im Fernsehen arbeitet, erhob eine schwere öffentliche Anschuldigung gegen Mario Pergolini. Für deutsche Leser: Pergolini ist einer der einflussreichsten Fernsehmoderator Argentiniens, Gründer des Sender Vorterix und bekannt für seine kritische Haltung gegenüber der Politik. Sie beschuldigte ihn, sie vor etwa 20 Jahren sexuell belästigt zu haben, als beide bei der Produktionsfirma Cuatro Cabezas (2004-2007) arbeiteten. Cuatro Cabezas war eine der wichtigsten Produktionsfirmen Argentiniens, verantwortlich für erfolgreiche Formate wie "CQC" (Caiga Quien Caiga), eine satirische Nachrichtensendung, die auch international adaptiert wurde.
In einem Interview mit der Sendung Infama (einem Programm über argentinische Prominente und Medien) erklärte Oliván ihre Beweggründe: "Es ist mir egal, ob mir jemand um Verzeihung bittet. Was mich stört, ist dass Mario Pergolini Vorträge vor Jugendlichen hält, über Feminismus spricht und sein Image reinwäscht".
Der Streit eskalierte, als Yanina Latorre Pergolini in ihrem Programm bei El Observador verteidigte. Zur Erklärung: Latorre ist eine sehr bekannte Journalistin für argentinische Unterhaltungsnachrichten und arbeitet derzeit für einen uruguayischen Sender. Sie argumentierte: "Leute, so waren alle Journalisten in dieser Zeit. Ich verteidige ihn nicht. Erinnert euch an die Witze von Marcelo Tinelli, über die Röckchen, Jorge Lanata. Alle waren vor 20 Jahren so".
Hintergrund für deutsche Leser: Marcelo Tinelli ist der berühmteste Fernsehmoderator Argentiniens, vergleichbar mit Thomas Gottschalk in Deutschland, und Jorge Lanata ist Argentiniens bekanntester investigativer Journalist, ähnlich wie Günther Jauch oder Stefan Aust in ihrer Rolle als kritische Journalisten.
Latorre fügte hinzu: "Aber wenn der Typ vor 20 Jahren auf eine bestimmte Weise war und heute anders, werden wir ihn weiter angreifen?", und erkannte an, dass Pergolini "sehr machistisch war", aber dass er "heute verändert" sei.
Oliván antwortete auf ihrem Kanal Border Periodismo: "Vielleicht hast du gedacht, als du mich gehört hast: 'Diese spricht über wie man mit 20 spricht'. Pergolini war 40, nicht 20". Border Periodismo ist Oliváns eigenes digitales Journalistik-Projekt, ein Beispiel dafür, wie argentinische Journalisten im digitalen Zeitalter unabhängige Plattformen schaffen. Außerdem erwähnte sie, dass Latorre "seit ein paar Monaten sehr gute Freundin von Mario ist".
Oliván berichtete, dass sie sich 2014 bei einer Bank mit Pergolini traf:
"Zuerst versuchten wir uns auszuweichen, bis er auf mich zukam und sagte: 'Wenn wir uns nicht ansehen, werden wir uns nie grüßen'".
Sie erzählte auch, dass sie während der Präsidentschaftswahlen 2023 einen Tisch mit Jorge Lanata teilten: "Wir gingen durch denselben Flur, ich nahm den Aufzug und er ging die Treppe. Er hatte nicht den Mut, mir etwas zu sagen oder um Verzeihung zu bitten".
Oliván erklärte die Auswirkungen, die sie erlitt:
Der Streit erstreckte sich auf X (ehemals Twitter), wo Latorre Oliván drängte, die Anzeige zu erstatten, und sie als "Canosa" bezeichnete. Erklärung für deutsche Leser: "Canosa" bezieht sich auf Viviana Canosa, eine sehr umstrittene argentinische Journalistin, die für ihre polemische Art und ihre Nähe zu verschiedenen Regierungen bekannt ist. Es ist als abfälliger Vergleich zu verstehen, ähnlich wie wenn man in Deutschland jemanden als "Sensationsjournalist" bezeichnen würde.
Oliván antwortete: "Dass du mir 'Canosa' sagst, wo du ein Spektakel aus Lanatas Krankenhausaufenthalt gemacht hast, dem Journalisten, der dich validiert hat? Erinnerst du dich, als du sagtest, du würdest mit Perón sprechen?". Hintergrund: Juan Domingo Perón war der legendäre argentinische Präsident, der 1974 starb. Latorre hatte behauptet, mit ihm zu kommunizieren, was als sehr zweifelhafte Behauptung gilt.
Latorre replizierte: "Ich mache lieber 80 Werbepausen, weil ich überzeugt bin, von staatlicher Werbung zu leben, wie du", worauf Oliván konterte: "Wenn ich nicht erfolgreich wäre, hätte ich kein Streaming, für das Werbung geschaltet wird, und müsste Angestellte derer sein, die Geschäfte mit allen Regierungen machen". Kontext: Dies bezieht sich auf die Praxis in argentinischen Medien, staatliche Werbung als Einnahmequelle zu nutzen, ein sehr kontroverses Thema im Land.
Auf die Frage, ob sie Entschuldigungen von Pergolini akzeptieren würde, antwortete Oliván: "Natürlich, natürlich akzeptiere ich sie". Sie stellte jedoch klar, dass "sie das nicht sucht" und dass die Enthüllung "ihr in ihrer Sendung entglitten ist", sie es aber zuvor erwähnt hatte, ohne ihn direkt zu nennen.
Alfredo S. Quiroga
Conspiraciones