Während die Rettungsteams unermüdlich nach Überlebenden suchen, hat die katholische Kirche für Sonntag, den 16. August, zu einem nationalen Gebetstag aufgerufen. Papst Leo XIV. spendete 100.000 Euro und drückte den Opfern des verheerenden Erdbebens der Stärke 7,4 seine geistliche Nähe aus.

Ein Land auf den Knien: Kolumbien wendet sich dem Gebet und der gegenseitigen Hilfe zu

Das verheerende Erdbeben der Stärke 7,4, das Kolumbien am 10. August 2026 erschütterte, hat eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Mit einer Bilanz, die bereits 239 Tote, 3.755 Verletzte und 287 Vermisste umfasst, steht das Land vor einer der schlimmsten Naturkatastrophen seiner jüngeren Geschichte. In dieser Notsituation haben die Kolumbianische Bischofskonferenz (Conferencia Episcopal de Colombia) und das Nationale Sekretariat für Sozialpastoral - Caritas Kolumbien zu nationaler Einheit aufgerufen: Ein Gebets- und Solidaritätstag, der am Sonntag, den 16. August in allen Pfarreien und Glaubensgemeinschaften des Landes begangen wird.

Die Initiative unter dem Motto „Mit Kolumbien bis in den letzten Winkel“ (Con Colombia hasta el último rincón) zielt darauf ab, nicht nur Fürbitten für die Opfer zu sprechen, sondern auch humanitäre Hilfe zu koordinieren und die Reaktion der Kirche in den am stärksten betroffenen Gebieten sichtbar zu machen. „Wir wollen Solidarität und christliche Nächstenliebe sichtbar machen, diejenigen begleiten, die leiden, unsere Hilfe koordinieren und gemeinsam die Hoffnung aufrechterhalten“, erklärten die Bischöfe in einer Erklärung.

Schmerzhafte Zahlen: Die Auswirkungen des Bebens

Das Epizentrum des Erdbebens lag in San José del Palmar im Departamento Chocó (einer Region im Westen Kolumbiens). Insgesamt waren 14 der 32 Departamentos des Landes betroffen. Die offiziellen Zahlen, zitiert vom kolumbianischen Sender Caracol Radio, sind alarmierend:

  • 🏚️ Mehr als 9.200 zerstörte Häuser
  • 🏚️ 45.400 beschädigte Häuser
  • 🏢 140 eingestürzte Gebäude
  • 🏥 188 betroffene Gesundheitszentren

Zu den am härtesten getroffenen Städten gehören Cali (mit 96 Toten und 1.224 Verletzten) und Pereira (93 Tote und 66 eingestürzte Gebäude). Die Rettungsteams, unterstützt von ausgebildeten Hunden und modernster Technologie, arbeiten unermüdlich in den Trümmern und bewahren die Hoffnung, weitere Überlebende zu finden.

Papst Leo XIV: Nähe und konkrete Hilfe

Papst Leo XIV. hat rasch und großzügig auf die Tragödie reagiert. Über das Apostolische Almosengeberamt (Limosnería Apostólica) leitete der Vatikan eine dringende Spende von 100.000 Euro an die betroffenen Diözesen weiter, in Abstimmung mit der Nuntiatur und der Bischofskonferenz.

Während der Generalaudienz am Mittwoch drückte der Pontifex auf Spanisch seine Nähe zu den „kolumbianischen Brüdern und Schwestern, die unter den Folgen des kürzlichen Erdbebens litten, das zahlreiche Tote und Verletzte sowie erhebliche materielle Schäden verursachte“, aus. Diese Geste ergänzt das am Vortag gesendete Beileidstelegramm, das vom Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet wurde.

Der kolumbianische Vatikan-Journalist Néstor Pongutá hob im Gespräch mit Cadena 3 hervor, dass diese Papstreise nach Südamerika, geplant vom 6. bis 17. November (mit zwei Tagen in Uruguay, drei in Argentinien und sechs in Peru), „eine vom Papst Franziskus noch ausstehende Reise“ sei und eine Gelegenheit darstelle, „den Glauben zu stärken und eine Botschaft der Hoffnung, des Friedens und der Versöhnung zu überbringen“.

Wie kann man helfen? Caritas aktiviert Spendenkonten

Solidarität zeigt sich in konkreten Taten. Die Caritas Kolumbien hat folgende Kanäle für Spendenbereite aktiviert:

BankKontonummerKontoinhaber
Banco de Bogotá (Bre-B)0092651552Secretariado Nacional de Pastoral Social - Cáritas Colombiana (NIT: 860.039.273-3)
Bancolombia (Bre-B)0092879108Secretariado Nacional de Pastoral Social - Cáritas Colombiana

Spenden können auch über die Webseite der Caritas Kolumbien getätigt werden. Für den Gebetstag hat die Bischofskonferenz eine liturgische Hilfe vorbereitet, die auf der offiziellen Webseite der Bischofskonferenz heruntergeladen werden kann.

Ein Aufruf zur Hoffnung

„Lasst uns für diejenigen beten, die ihr Leben verloren haben, für ihre Familien, für die Verletzten und Geschädigten, für diejenigen, die noch suchen, und für diejenigen, die in diesem Notfall ohne Pause arbeiten. Möge unser Gebet auch zu Nähe, Solidarität und Dienst werden. Kolumbien braucht uns vereint“, schloss die Botschaft der Bischöfe.

In der Zwischenzeit stoppt die internationale Hilfe nicht: Die USA stellten 15,5 Millionen Dollar zur Verfügung, die Vereinigten Arabischen Emirate 10 Millionen, Spanien 1 Million Euro und Chile schickte 20 Tonnen Hilfsgüter. Die Conmebol (Südamerikanischer Fußballverband) und der Kolumbianische Fußballverband (FCF) spendeten 1 Million Dollar. Präsident Abelardo de la Espriella verhängte den wirtschaftlichen Notstand und rief den Fonds Milagro (Wunder-Fonds) für den Wiederaufbau ins Leben, während sich das ganze Land auf drei Tage nationaler Trauer vorbereitet.

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