Die Anekdote, die Pergolini prägte
In der Ausgabe vom Freitag, 21. August 2026 von Otro Día Perdido (Sender eltrece) überraschte Mario Pergolini seine Kollegen am Tisch, Agustín „Rada“ Aristarán und Evelyn Botto, mit der Erinnerung an den Tag, an dem er seinen Musik-Idol Ray Charles traf – und die Enttäuschung, die er erlebte.
Alles begann, als Rada bemerkte: „Du hast einmal mit Ray Charles gesprochen.“ Pergolini rekonstruierte daraufhin den Besuch des legendären Interpreten von „Hit the Road Jack“ in Argentinien, im Rahmen einer Aufzeichnung für seine Kultursendung Hacelo por mí (1992–1993).
„Ray Charles kommt nach Argentinien, mit Orchester, mit allem. Er kommt zuerst, und alle sind schlecht gelaunt. Alle schlecht gelaunt“, erzählte der Moderator.
Für Pergolini war Ray Charles eine zentrale Figur in seiner musikalischen Prägung: „Er war ein Idol für mich. Ich kannte alles. Ich sagte: ‚Er wird die Lieder singen, die ich mag‘“.
Der Konflikt um die drei Lieder
Laut seiner Schilderung setzte das Team des Künstlers strenge Bedingungen durch: Es sollten nur drei Stücke gespielt werden, und zuerst würde eine Probe stattfinden. Die Band begann zu spielen, und bei der dritten Probe kam Ray Charles herein. Die Warnungen an die Produktion waren deutlich: „Fasst ihn nicht an, man darf nicht grüßen, man darf nicht sprechen“.
Der Musiker setzte sich ans Klavier, spielte kurz und stand ohne weitere Worte auf und ging. Die Produktion war ratlos: „Werden wir nicht aufnehmen? Nein, es waren drei Stücke, wir haben die drei Stücke schon gespielt“, war die Antwort der Begleitung.
Pergolini versuchte zu erklären, dass die Aufnahme noch nicht begonnen hatte, aber der Manager, den er als „einen Ex-Boxer, einen großen Glatzkopf“ beschrieb, wurde gewalttätig und erzwang den Abgang. Am Ende wurden nur zwei Lieder (oder die Hälfte, wie der Moderator sagte, der sich nicht genau erinnerte) aufgezeichnet.
„Triff nie deine Helden“
Die Anekdote hinterließ bei Pergolini tiefe Spuren. Als Ray Charles am 10. Juni 2004 starb, gestand der Moderator: „Ich habe eine kleine Flasche geöffnet und gesagt: ‚Okay‘“.
Und er reflektierte: „Ich habe diese seltsame Sache mit Ray Charles. Wenn ich seine Musik höre, wie schön. Ich sehe den Film, wie gut. Ich erinnere mich, dass ich ihn traf und sage: ‚Triff nie deine Helden‘. Das ist mir bei mehreren passiert, und einigen wird es auch mit mir passiert sein, nicht weil ich ihr Held bin, sondern weil sie mich kennengelernt haben“.
Rada versuchte, den Musiker zu verteidigen: „Vielleicht war er nicht der Blöde, sondern der Manager“, aber Pergolini bestand darauf, dass Charles selbst ging, ohne aufgenommen zu haben. Evelyn Botto brachte eine andere Sichtweise ein: „Vielleicht hat man ihm gesagt: ‚Du gehst rein und raus‘. Man sagt ihm, wohin er geht und was er tut“.
Die Geschichte wurde in den sozialen Medien viral und löste Debatten zwischen denen aus, die den Künstler verteidigen, und denen, die die Frustration des Moderators verstehen. Eine Anekdote, die zeigt, dass die Realität manchmal die Idealisierung übertrifft.