Am Samstag, dem 19. September, verwandelte sich der „Tempel des Fußballs“ in London in eine amerikanische Partyzone für den Union Jack Classic. Es war weit mehr als nur ein Spiel; es war das erste NCAA-Event (National Collegiate Athletic Association) auf britischem Boden seit fast vierzig Jahren. Vor einer beeindruckenden Kulisse von 46.532 Zuschauern wurde die einzigartige Atmosphäre des US-Campus-Sports zelebriert.
💡 Hintergrund: Was ist die Big 12?
Für europäische Sportfans kurz erklärt: Die Big 12 ist eine der prestigeträchtigsten Konferenzen im College-Football der USA. Man kann sie sich als eine Elite-Liga vorstellen, in der junge Talente auf höchstem akademischem und sportlichem Niveau gegeneinander antreten, bevor sie oft in die professionelle NFL wechseln.
Ein Spiel der Extreme: Von der Überraschung zur Aufholjagd
Die Partie begann spektakulär für die Kansas Jayhawks. Sie sicherten sich schnell eine 7-3 Führung dank einer sensationellen Einzelaktion: Tate Nagy fing den Ball beim Punt-Return ab und raste über 72 Yards direkt in die Endzone, was das Stadion in Staunen versetzte.
Doch die Arizona State Sun Devils bewiesen Kampfgeist. Kurz vor der Halbzeit übernahmen sie die Initiative. Zunächst gelang Cutter Boley ein präziser Pass auf Reed Harris, der den ersten Touchdown für Arizona State markierte. Dann folgte der Moment des Tages: Jaren Hamilton fing den Kickoff ab und legte einen unglaublichen Lauf über die gesamten 100 Yards zurück – ein epischer Touchdown, der die Menge mitriss.
Um den Sieg zu besiegeln, nutzte Hyrum Vaeono einen sogenannten Fumble (ein Ballverlust des Gegners) und marschierte 77 Yards weit, um das Endergebnis auf 24-17 festzulegen.
| Team | Punkte | Highlight des Spiels |
|---|---|---|
| Arizona State | 24 | 100-Yard-Return (Hamilton) |
| Kansas | 17 | 72-Yard-Return (Nagy) |
Sport trifft Strategie: Expansion nach Europa
Hinter dem sportlichen Event steckt eine kluge Marketing-Strategie. Die Big 12 folgt dem Vorbild der NFL und möchte ihre Marke in Europa stärken, um internationale Studenten und Fans zu gewinnen. Arizona State nutzte den Anlass zudem, um die Eröffnung ihres eigenen Universitäts-Campus in London bekannt zu geben.
Obwohl die Stadionkapazität nicht voll ausgeschöpft wurde, war die Stimmung dank der traditionellen Marching Bands beider Universitäten absolut elektrisierend. Diese Musikgruppen sind ein wesentlicher Teil der US-Sportkultur und verliehen dem Event seinen unverwechselbaren Charme.
Der Kommissar der Big 12, Brett Yormack, zeigte sich äußerst zufrieden. Laut Berichten ist die Absicht groß, bereits im nächsten Jahr wieder nach Wembley zurückzukehren. Es könnte der Beginn eines echten American-Football-Booms in Europa sein!
Quelle: The Guardian