Der informelle Dollar in Argentinien, bekannt als 'Dólar Blue', erreicht neue Höhen. In der Woche bis zum 21. August 2026 stieg er um 5 Pesos auf 1.550 Pesos pro US-Dollar in Buenos Aires. Seit Anfang Juli liegt er nun konstant über dem MEP-Kurs – ein Zeichen für anhaltende Spannungen am Devisenmarkt des Landes.

Der inoffizielle Devisenmarkt gibt weiter den Ton an

Am Freitag, dem 21. August 2026, schloss der so genannte "Dólar" im informellen Markt von Buenos Aires unverändert bei 1.530 Pesos (Kauf) und 1.550 Pesos (Verkauf), wie Händler aus der City dem Finanzportal Ámbito berichteten. Im Wochenvergleich bedeutet das einen Anstieg von 5 Pesos – den zweiten Anstieg in Folge, nachdem die Vorwoche bei 1.545 Pesos geendet hatte.

Besonders auffällig ist, dass der Blue-Kurs seit Anfang Juli 2026 dauerhaft über dem sogenannten MEP-Kurs (Börsen- oder Wertpapierdollar) liegt. Diese Konstellation hält nun seit fast zwei Monaten an und unterstreicht die anhaltende Nachfrage nach Devisen im informellen Markt sowie die allgemeine Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Preisunterschiede zwischen Regionen: San Juan liegt vorn

Während sich der Blue in der Hauptstadt auf 1.550 Pesos einpendelt, ist er in der Provinz San Juan deutlich teurer. Laut der regionalen Tageszeitung Diario de Cuyo notierte er dort am Freitag bei 1.480 Pesos (Kauf) und 1.580 Pesos (Verkauf) – also 30 Pesos über dem Wert aus der City.

Übersicht aller wichtigen Wechselkurse am 21. August 2026

WechselkurtypKaufVerkauf
Dólar Blue (Buenos Aires)$1.530$1.550
Dólar Blue (San Juan)$1.480$1.580
Offizieller Dollar (Banco Nación)$1.465$1.515
Wholesale-Dollar (Großhandel)$1.499
Dólar MEP$1.530,65
Dólar CCL$1.590,31
Kreditkarten-Dollar$1.969,50
Krypto-Dollar (Bitcoin)$1.583,04

Der Dollar MEP – ein Kurs, der über den Kauf und Verkauf von Staatsanleihen entsteht und als legaler Weg für den Devisentransfer gilt – schloss bei 1.530,65 Pesos und damit liegt die Differenz (die sogenannte "Brecha") zum offiziellen Dollar bei nur 2,1 Prozent. Der Contado con Liqui (CCL), der es Unternehmen ermöglicht, Dollar aus dem Land zu holen, notierte bei 1.590,31 Pesos, hier ist die Differenz auf 6,1 Prozent gestiegen.

Was die Märkte in der letzten Augustwoche belastet

Der Druck auf den Devisenmarkt ist spürbar, denn die neue Woche bringt eine schwere Last mit sich: Das argentinische Finanzministerium muss Anleihen in Höhe von fast 3.968 Millionen US-Dollar – sogenannte "Dollar-Linked"-Anleihen – bedienen. Diese Bonds sind ein zentrales Instrument für Anleger, die Schutz vor einer Abwertung des Pesos suchen.

Laut der Wirtschaftszeitung BAE Negocios zeigte die im Vorfeld angebotene Umschichtung (eine Art Umtauschangebot) nur 34 Prozent des Volumens. Damit blieben rund 2.614 Millionen US-Dollar an Anleihen, die nicht verlängert wurden – das heißt, der Staat wird sie zurückzahlen müssen. Dies zieht zusätzliche Dollars aus dem Markt und erhöht die Spannung auf den Großhandelskurs, der am Freitag auf 1.499 Pesos schloss – der höchste Stand seit Tagen.

Analysten beobachten zudem die Entwicklung der Devisenreserven der Zentralbank und die laufende Diskussion über die Ausgabe von Krediten in Dollar, was die Erwartungen weiter befeuert.

Was ist der Dollar Blue überhaupt?

Der Dólar Blue ist der Wechselkurs der US-Währung auf dem informellen Markt Argentiniens – also abseits der offiziellen, staatlich regulierten Kanäle. Aufgrund der traditionell hohen Inflation und strengen Devisenkontrollen spielt er eine wichtige Rolle als Indikator für Ersparnisse und sogar für größere Anschaffungen wie Immobilien. Er zeigt oft die reale Verknappung des Dollars im Land und wird von vielen Argentiniern als Barometer für das wirtschaftliche Vertrauen genutzt.

Wer über die Marktlage in Argentinien auf dem Laufenden bleiben möchte, findet auch tägliche Updates bei Fachportalen wie Ámbito oder BAE Negocios.