Eine Familie aus Alejandro Korn, einer Stadt in der Provinz Buenos Aires, erlebte während ihrer Ferien im Norden Argentiniens eine schreckliche Tragödie. Was als Erholungsreise geplant war, wurde zu einem Albtraum, nachdem ihr Fahrzeug am Sonntag, dem 16. August, auf der Nationalstraße 52 in der imposanten Cuesta de Lipán (Provinz Jujuy) verunglückte. Das Auto stürzte etwa 80 Meter tief.
Das Opfer
Silvia Rosana Amaro, 58 Jahre alt, wurde von den Rettungskräften leblos geborgen. Sie betrieb zusammen mit ihrem Ehemann Narciso González, 60, ein Eisenwarengeschäft in ihrer Heimatstadt. Laut ihrem Profil in sozialen Netzwerken reiste sie häufig mit ihrer Familie zu verschiedenen Urlaubszielen in Argentinien.
Zur Familie gehörten auch die Kinder des Paares: Favio Hernán González, 31, und Lorena Paola González, 33, die mit ihrem Partner Augusto Coda, 34, unterwegs war. Wie die Nachrichtenportale Infobae und TN berichteten, besitzt Favio ein Autoteilegeschäft in Alejandro Korn, während Lorena und Augusto gemeinsam bei einem Finanzdienstleistungsunternehmen arbeiteten und im Stadtteil Villa del Parque in Buenos Aires lebten.
Der Unfall
Der Unfall ereignete sich gegen 15:30 Uhr auf der Nationalstraße 52, Kilometer 30. Die Familie hatte einen Toyota SW4 4x4 gemietet, um Salta und Jujuy zu erkunden. In einer scharfen Kurve der Cuesta de Lipán verlor der Fahrer die Kontrolle, und das Fahrzeug stürzte etwa 80 Meter in die Tiefe.
Die Cuesta de Lipán ist ein Gebirgspass, der die Quebrada de Humahuaca mit der Puna verbindet und den Zugang zu den berühmten Salinas Grandes ermöglicht. Die Straße erreicht über 4.100 Meter über dem Meeresspiegel und ist bekannt für steile Gefälle, enge Kurven und plötzliche Wetterumschwünge mit Nebel, starkem Wind und Frost.
Andere Verkehrsteilnehmer alarmierten die Polizei (Seccional 57°). Die Freiwillige Feuerwehr aus Maimará, das SAME (Notdienst) und Polizeikräfte eilten zum Ort. Die Rettungsarbeiten dauerten wegen des schwierigen Geländes mehrere Stunden.
Gesundheitszustand der Verletzten
Die vier Überlebenden wurden ins Krankenhaus Pablo Soria in San Salvador de Jujuy gebracht, wo sie weiterhin behandelt werden. Das medizinische Bulletin, veröffentlicht von TN und La Nación, zeigt den Zustand der Insassen:
| Person | Alter | Verletzungen |
|---|---|---|
| Lorena Paola González | 33 | Hirntod bestätigt am Mittwoch, 19. August. Schweres Schädel-Hirn-Trauma, Brust- und Bauchtrauma, weite Pupillen, Bewusstlosigkeit. |
| Augusto Coda | 34 | Oberarmbruch, mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma, rechtsseitiger Pneumothorax mit Thoraxdrainage. |
| Favio Hernán González | 31 | Fußgelenksverrenkung links, Oberarmbruch. Stabil. |
| Narciso González | 60 | Beckenringverletzung und Gesichtstrauma. Zustand verbessert sich gegenüber dem Anfangsbefund. |
Ermittlungen
Die zuständige Staatsanwaltschaft ordnete technische Gutachten zum Toyota SW4 und eine Rekonstruktion des Unfallhergangs an. Ermittler prüfen, ob ein technischer Defekt, ein Fahrfehler oder widrige Straßenbedingungen die Ursache waren. Nach bisherigen Erkenntnissen saß Favio, der Sohn, am Steuer, kann sich aber wegen des heftigen Aufpralls nicht an den Ablauf erinnern.
Früherer Unfall an derselben Stelle
An der Cuesta de Lipán hatte sich wenige Wochen zuvor eine weitere Tragödie ereignet. Am 27. Juli stürzte ein Auto an derselben Stelle (Kilometer 30) 50 Meter tief. Damals starb ein 11-jähriger Junge, nachdem die Bremsen während der Talfahrt Richtung Purmamarca versagt hatten.
Die Polizei von Jujuy warnte angesichts der wiederholten Unfälle eindringlich vor den Gefahren des Abschnitts zwischen den Kilometern 12 und 30. Viele der Verunglückten seien Urlauber, die mit Hochgebirgsstraßen nicht vertraut seien.
Sicherheitshinweise
Die Behörden empfehlen Fahrern:
- Bei langen Gefällen den Motorbrems-Effekt durch Herunterschalten nutzen, um ein Überhitzen der Bremsen zu vermeiden.
- Geschwindigkeit reduzieren und Ablenkungen wie das Handy vermeiden.
- Vor der Fahrt die Notrufnummer 911 wählen, um den Straßenzustand zu erfragen.
- Nur an ausgewiesenen Stellen anhalten, um Fotos zu machen.