Neuer HUS-Fall alarmiert Bahía Blanca
Ein 5-jähriger Junge wird derzeit auf der Intensivstation des Hospital Penna in Bahía Blanca behandelt, nachdem bei ihm das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) diagnostiziert wurde – eine schwere Erkrankung, die die Nieren schädigt und dauerhafte Folgen haben kann. Es ist der vierte Fall in diesem Jahr in der Stadt, bestätigte Jorgelina Scuffi, Leiterin der Epidemiologie der Gesundheitsregion 1, gegenüber dem Radiosender LU2.
„Zu diesem Zeitpunkt des Jahres haben wir vier HUS-Fälle – dieser betrifft einen Jungen von fünf Jahren. Die epidemiologischen Ermittlungen laufen noch, aber alles deutet darauf hin, dass es sich um nicht ausreichend gegarte Hamburger handelte“, erklärte Scuffi.
Was ist HUS und warum ist es so gefährlich?
Das hämolytisch-urämische Syndrom wird hauptsächlich durch das Bakterium Escherichia coli (EHEC) verursacht, das das Gift Shiga-Toxin produziert. Es wird über kontaminierte Lebensmittel übertragen, insbesondere über unzureichend gegartes Hackfleisch. Das Toxin zerstört rote Blutkörperchen und führt zu akutem Nierenversagen. In schweren Fällen benötigen Patienten eine Dialyse und langfristige medizinische Betreuung.
Bei dem Jungen trat eine Anurie auf – er hat fast aufgehört zu urinieren, eine der schwerwiegendsten Komplikationen. „Wenn die Nieren versagen, wird die Situation sehr kritisch. Wir hoffen auf eine günstige Entwicklung“, so Scuffi. Die Schwere hängt von der Menge des produzierten Toxins ab.
Langzeitfolgen: Bis zu 20% benötigen eine Transplantation
Die Expertin betont, dass die Genesung nicht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus endet. „Das ist nicht vorbei, wenn das Kind das Krankenhaus verlässt. Es muss bis ins Jugendalter weiter betreut werden“, so Scuffi. Rund 20% der Fälle können letztlich eine Nierentransplantation benötigen. Daher sei eine langfristige Nachsorge – bis zum 18. Lebensjahr – unerlässlich.
Die Untersuchung: Ein Burger in Cabildo
Die Ermittlungen zur Infektionsquelle laufen. Die Gesundheitsteams befragen die Eltern des Jungen und analysieren alle möglicherweise konsumierten Lebensmittel. „Die Bestätigung steht noch aus, aber der Verdacht liegt auf einem Hamburger“, sagte Scuffi, der in Cabildo gegessen wurde.
Prävention: Hackfleisch vollständig durchgaren
Scuffi erinnert daran, dass Hackfleisch ein besonderes Risiko birgt: Beim Zerkleinern kann die Kontamination von der Oberfläche ins Innere gelangen. Daher müssen Burger vollständig durchgegart sein – ohne rosa oder rohe Stellen. Auch Händewaschen, Vermeidung von Kreuzkontamination und sicheres Garen werden empfohlen.
Der Fall wird engmaschig überwacht. Die Gesundheitsexperten hoffen auf eine gute Genesung, mahnen aber gleichzeitig zur Vorsicht, um weitere Ansteckungen zu verhindern.