Ein aufgetauchtes Video bringt einen gewaltsamen Einsatz des US-Immigrationsdienstes (ICE) in Austin ans Licht. Der 28-jährige Wilber Rafael Garcés Pérez wurde bei der Festnahme durch einen Schuss in den Rücken schwer verletzt. Die Aufnahmen belegen die Schwere der Verletzungen, die zu einer Teillähmung führten, und werfen drastische Fragen zum Einsatz von Gewalt durch Bundesbehörden auf.

Gewalt beim Immigration-Einsatz

Ein neues Beweisvideo aus Austin, Texas, enthüllt erschütternde Details über die Festnahme von Wilber Rafael Garcés Pérez. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie Beamte des ICE (Immigration and Customs Enforcement) — der US-Bundesbehörde für Einwanderungskontrolle und Zoll — das T-Shirt von Pérez zerschneiden, um eine Schusswunde im Rücken freizulegen. Dies bestätigt die Darstellung der Verteidigung über die Position des Einschlags.

Die zwei Versionen der Ereignisse

Es gibt einen massiven Widerspruch zwischen den Beteiligten:

  • Das Opfer: Der DoorDash-Lieferant gibt an, dass die Beamten sein Fahrzeug ohne Warnsignale oder Identifikation rammten und ihn innerhalb des Autos beschossen.
  • Die Polizei: Die Behörden in Austin behaupten hingegen, der Mann habe versucht, sich der Festnahme zu entziehen.

Medizinischer Zustand

Die Folgen des Schusses sind verheerend. Laut Verteidigungsbericht verbrachte das Opfer eine ganze Nacht in Polizeigewahrsam, während das Projektil noch in seinem Körper steckte.

Aktuelle Diagnose: Lähmung der linken Körperseite sowie ein Schlüsselbeinbruch.

Rechtlicher Kontext: Was ist CBP One?

Garcés Pérez war über CBP One legal in die USA eingereist. Dabei handelt es sich um eine offizielle App der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde, die es Migranten ermöglicht, Termine an den Grenzübergängen zu vereinbaren, um einen legalen Asylprozess zu beginnen. Trotz dieses legalen Weges stand er aufgrund eines Benachrichtigungsfehlers bei seiner Wohnadresse unter einer Abschiebeordnung.

Aktueller Stand & Ausblick

Status Detail
Abschiebung Durch einen Bundesrichter vorerst gestoppt.
Nächster Termin Anhörung am 30. September.
Beweislage Der schießende Agent trug keine Bodycam.

Aufgrund der Schwere der Verletzungen und der Unregelmäßigkeiten im Verfahren könnte die Verteidigung die Nichtigkeit der Abschiebung fordern. Zudem könnte das Video zu einer strafrechtlichen Anklage gegen den Agenten wegen übermäßiger Gewaltanwendung führen.

Quelle: La Stampa