Estefanía Luján Espínola (33), Korporalin der argentinischen Bundespolizei, wurde zusammen mit ihrer wenige Monate alten Tochter in einer Wohnung in Avellaneda gefunden – beide mit Schüssen im Kopf. Die Hauptthese lautet erweiterter Selbstmord. Ihr Bruder Lucas veröffentlichte eine herzzerreißende Botschaft voller Schuld, während der Fall ganz Argentinien erschüttert.

Ein schockierender Fund in Avellaneda

Am Freitag, den 21. August 2026, entdeckten Beamte des Patrouillenkommandos von Avellaneda die leblosen Körper von Estefanía Luján Espínola (33) und ihrer Tochter Lucila Jazmín, nur wenige Monate alt, in einer Wohnung im Turm 1 des Gebäudes an der Ecke Díaz Vélez und Mariano Acosta 600, mitten im Zentrum von Avellaneda, Provinz Buenos Aires. Ein Anruf bei der Notrufnummer 911 hatte die Behörden alarmiert. Vor Ort fanden die Einsatzkräfte beide mit Schusswunden im Kopf vor. In der Hand der Beamtin lag eine Bersa-Pistole der Dienstwaffe, Kaliber 9 mm – sie wird als Tatwaffe betrachtet.

Hauptthese: Kindstötung mit anschließendem Selbstmord

Die Staatsanwaltschaft, unter der Leitung von Fiskaltätin María Laura Carballal (UFI und J Nr. 2 Avellaneda), geht von einem erweiterten Selbstmord aus. Es wurden keine Einbruchsspuren an Türen oder Fenstern gefunden, eine Raubthese wurde ausgeschlossen. Auch gab es weder ein Abschiedsbrief noch Hinweise auf finanzielle Probleme oder dienstliche Konflikte. Laut Infobae lebte Espínola allein mit ihrem Baby und war gerade dabei, es zu stillen. Die Ermittler richten ihren Fokus auf das familiäre Umfeld und insbesondere auf den Vater des Kindes, mit dem die Beamtin eine konfliktreiche Beziehung und „Doppelleben“ gehabt haben. Der Mann stelle die Vaterschaft in Frage, eine DNA-Analyse war im Gange.

Die zermettermale Botschaft des Bruders

In tiefer Trauer richtete Lucas, Bruder von Estefanía und Onkel des Babys, eine bewegende Nachricht in seinen sozialen Medien:

„Ich werde sie immer in meinem Herzen tragen. Ich kann es nicht fassen, Schwester. Es ist noch nicht zu mir durchgegangen. Es tut mir so weh, Schwester, ich will aus diesem schlimmen Traum aufwachen, mein Schatz. Es tut mir leid, dass ich kurz davor mit dir gestritten habe – diese Schuld wird mich immer begleiten. Es tut mir leid, dass ich dir als Bruder versagt habe, als Mensch versagt habe, als Familie versagt habe. Es tut mir leid, ich werde nicht müde, dich um Verzeihung zu bitten, bis du mich hörst.“

Außerdem teilte er ein Selfie mit den Worten: „Ich liebe dich, Schwester, ich werde dich für immer in meinem Herzen tragen.“ Auch eine Schulfreundin verabschiedete sich mit dem Spitznamen „Pety“ und schrieb: „Ich hoffe, du hast den Frieden gefunden, den du so nötig hatte, Freundin… so gut, so bescheiden, so fröhlich bist du immer gewesen.“

Profil der Beamtin

Estefanía Luján Espínola war 33 Jahre alt und Korporal der Argentinischen Bundespolizei (PFA), eingesetzt in der Delegation Roca in Constitución. Sie lebte viele Jahre in Lomas de Zamora, bevor sie nach Avellaneda zog. Die Trauerfeier fand im Beiselagerungsgesellschaft Las Flores statt, Portela 461, Lomas de Zamora, wo Familie und Freunde ihr den letzten Gruß gab.

Kontext: Ansteigende Selbstmordfälle unter Polizei

Dieser Fall fällt in eine Debatte über die psychische Gesundheit der Sicherheitskräfte in Argentinien. Sicherheitsministerin Alejandra Monteoliva hatte anerkannt, dass die Selbstmordrate bei Polizisten und Agenten im Jahr 2025 um 30% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sei. „Die Selbstmordfälle im Land haben zugenommen, und die Bundespolizei ist davon nicht verschont“, erklärte sie gegenüber Radio Mitre und bestätigte, dass die Regierung psychologische Unterstützungsprogramme verstärkt habe.

Quellen: El Litoral, Infobae, TN und La Nación. Weiterführende Links: El Litoral | Infobae | TN | La Nación