Blutiger Anschlag auf ein Einkaufszentrum
In den frühen Morgenstunden des Freitag, 21. August 2026, erschütterten russische Drohnen die zentraleukrainische Industriestadt Krywyj Rih, die nur etwa 60 Kilometer von der Frontlinie entfernt liegt. Die Angreifer zielten auf ein stark frequentiertes Einkaufszentrum – mit verheerender Wirkung: Mindestens 16 Menschen kamen ums Leben, mehr als 130 wurden verletzt, darunter nach Angaben der ukrainischen Rettungskräfte 23 Kinder.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der selbst aus Krywyj Rih stammt, verurteilte den Angriff als „absolut zynischen und verabscheuungswürdigen Schlag ... der von den Russen gegen ein gewöhnliches Einkaufszentrum geführt wurde“. In sozialen Medien kursierten erschütternde Videos, die Rettungskräfte zeigen, die auf der Straße um das Leben der Verletzten kämpfen, während Rauch aus dem zerstörten Gebäude aufsteigt.
Heimtückischer Doppelschlag
Besonders perfide: Rund eine halbe Stunde nach dem ersten Einschlag traf eine zweite Drohne das Dach des Gebäudes. Selenskyj macht deutlich, dass dieser zweite Angriff offenbar gezielt den Rettungskräften galt, die zu diesem Zeitpunkt bereits im Einsatz waren. Die Leiterin der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hantscha, bestätigte, dass die Zahl der Todesopfer auf 16 gestiegen ist.
EU kündigt beispiellose Sanktionen an
Die Reaktion aus Brüssel ließ nicht lange auf sich warten. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas verurteilte den Angriff als Akt des „Terrors durch Planung“ und kündigte an, sie werde „die umfassendsten Sanktionen gegen Russland seit Beginn des Krieges“ vorschlagen, wenn die EU-Außenminister im nächsten Monat in Irland zusammenkommen.
„Der Angriff Russlands auf ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih zeigt die absolute und totale Verkommenheit von Moskaus Krieg ... Moskau will die ukrainischen Städte unbewohnbar machen.“
Weitere Angriffe und der größere Kontext
Der Schrecken war damit nicht beendet: Bei einem separaten Angriff in der südlichen Region Mykolajiw kamen vier weitere Menschen ums Leben, darunter drei Kinder, wie Innenminister Iwan Wygowskyj mitteilte.
Die Attacken reihen sich ein in eine massive Intensivierung der russischen Bombardierungen auf ukrainische Städte in den vergangenen Monaten. Die ukrainischen Luftverteidigungskräfte haben zunehmend Schwierigkeiten, die Wellen ballistischer Raketen abzufangen.
Internationale Unterstützung und entscheidendes Treffen
Die internationalen Verbündeten der Ukraine wollen ein starkes Zeichen der Solidarität setzen: Am Montag, 24. August 2026, dem Unabhängigkeitstag der Ukraine, werden sie zu einem Gipfeltreffen in Kiew zusammenkommen. Die sogenannte „Koalition der Willigen“ wird von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, dem britischen Premierminister Andy Burnham und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz gemeinsam geleitet. Rund 10 Staats- und Regierungschefs, darunter auch EU-Ratspräsident António Costa, werden zu dem Treffen in der ukrainischen Hauptstadt erwartet.
Präsident Selenskyj rief die Verbündeten zu einer entschlossenen Antwort auf: „Die Welt muss reagieren ... mit echtem Druck auf den Aggressor. Damit Frieden möglich wird, muss Russland echte Rechenschaft ablegen.“
Zudem führte der ukrainische Präsident am Freitag ein Telefonat mit UN-Generalsekretär António Guterres, um ihn über die russischen Angriffe und die dadurch verursachten zivilen Opfer zu informieren.
Hintergrund: Krywyj Rih
Krywyj Rih ist eine bedeutende Industriemetropole in der Zentralukraine und bekannt für ihre Stahl- und Erzproduktion. Die Stadt ist nicht nur die Heimatstadt von Präsident Selenskyj, sondern auch ein strategisch wichtiger Verkehrsknotenpunkt, was sie immer wieder zum Ziel russischer Angriffe macht.