Granada in Südspanien wurde am Dienstag, dem 18. August, von einem Erdbeben der Stärke 4,8 erschüttert. Drei Menschen wurden leicht verletzt, die berühmte Alhambra musste evakuiert werden. Das Epizentrum lag in Gójar – es ist Teil einer Serie von über 150 Beben seit dem 14. August.

Neuer Erdstoß versetzt Granada in Alarmbereitschaft

Die spanische Stadt Granada und ihr Umland haben einen Schreckmoment erlebt: Am Dienstag, dem 18. August 2026, erschütterte ein Erdbeben der Magnitude 4,8 die Region. Das Beben wurde um 10:37 Uhr Ortszeit (08:37 Uhr GMT) registriert und hatte sein Epizentrum in der Gemeinde Gójar, etwa zehn Kilometer südlich der andalusischen Provinzhauptstadt.

Nach Angaben von Antonio Sanz, dem Leiter des Notfallmanagements der Region Andalusien, wurden drei Menschen leicht verletzt, darunter ein Minderjähriger, der in ein Krankenhaus gebracht wurde. Der Erdstoß war in der gesamten Provinz deutlich zu spüren, aber auch in den Nachbarprovinzen Almería, Jaén und Málaga sowie im Norden Marokkos.

Die wichtigsten Fakten zum Beben

  • Magnitude: 4,8 Mw
  • Epizentrum: Gójar, Granada
  • Uhrzeit: 10:37 Uhr (Ortszeit)
  • Verletzte: 3 (leicht, darunter ein Minderjähriger)
  • Stärkstes Nachbeben: 4,2 um 11:34 Uhr in Alhendín

Alhambra evakuiert und Sachschäden

Einer der bekanntesten Orte war betroffen: die Alhambra, das UNESCO-Weltkulturerbe und eines der meistbesuchten Wahrzeichen Spaniens. Die Behörden ordneten eine vorsorgliche Evakuierung der Besucher aus den Nasridenpalästen und der Alcazaba an, während die Sicherheit des Komplexes überprüft wird.

Die Notdienste Andalusiens verzeichneten rund 50 Anrufe wegen Rissen in Wänden, herabgefallenen Gesimsen und Fassadenteilen. Vorsorglich wurden Verwaltungsgebäude, Museen und die Ciudad del Deporte geschlossen, während die Gesundheitszentren geöffnet blieben.

Die Metro von Granada reduzierte ihre Geschwindigkeit aus Sicherheitsgründen auf 30 km/h, und die örtliche Polizei rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren und sich von Gebäuden fernzuhalten. In lokalen Medien waren evakuierte Hotels und Autos zu sehen, die durch herabstürzende Fassadenteile beschädigt wurden.

Eine Erdbebenserie hält die Region in Atem

Dieses Beben ist bereits das zweite mit einer Magnitude von 4,8 innerhalb von nur drei Tagen. Bereits am Samstag, dem 15. August, hatte ein Erdbeben der Stärke 5 mit Epizentrum in Alhendín strukturelle Schäden verursacht – allerdings ohne Todesopfer.

Nach Angaben des Nationalen Geografischen Instituts Spaniens (IGN) wurden seit dem 14. August mehr als 150 Erdstöße in der Region registriert, die meisten davon schwach. Der Fußballverein Granada CF sprach sogar von insgesamt 432 seismischen Ereignissen. Fachleute gehen davon aus, dass alle Beben Teil derselben seismischen Serie sind, die mit der tektonischen Aktivität der Betischen Kordillere zusammenhängt – einer Zone, in der mehrere Verwerfungssysteme aufeinandertreffen.

Der Präsident der Regionalregierung von Andalusien, Juanma Moreno, rief die Bevölkerung zu „äußerster Vorsicht“ auf und empfahl, die offiziellen Hinweise zu befolgen. Er warnte davor, dass in den kommenden Tagen weitere Erdstöße und Nachbeben möglich seien.

Granada CF lässt Stadion vor dem Spiel prüfen

Die Erdbebenserie hat auch den Sport erreicht: Der Granada CF kündigte an, dass das Estadio Nuevo Los Cármenes vor dem Heimspiel gegen den RCD Mallorca am kommenden Montag, dem 24. August (2. Spieltag der LaLiga Hypermotion), einer technischen Strukturprüfung unterzogen wird.

Der Verein beauftragte diese Überprüfung in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, um sicherzustellen, dass das Stadion allen Sicherheitsanforderungen entspricht. „Die Sicherheit aller Besucher hat oberste Priorität“, hieß es vom Klub, der zugleich „dem ganzen Granada Mut und Kraft“ wünschte und daran erinnerte, die Anweisungen der Behörden zu befolgen.

Das Spiel am Montag ist das erste Heimspiel von Granada in dieser Saison der zweiten spanischen Liga, nachdem die Mannschaft am Samstag zuvor ein 0:0 gegen Real Oviedo erreicht hatte.