Der Tama-Zoo in Tokio betrauert den Verlust von drei Löwinnen, die vermutlich an einem Hitzschlag starben. Japan erlebt derzeit seinen ersten „Kokushobi“ (grausam heißer Tag) mit Temperaturen über 40 Grad Celsius und extremer Luftfeuchtigkeit, was Tiere und Menschen gleichermaßen in Gefahr bringt.

Eine Tragödie im Tama-Zoo

Der intensive Sommer auf der Nordhalbkugel fordert in Japan einen hohen Tribut. Wie The Guardian berichtet, sind im Tama-Zoo in Tokio drei Löwinnen vermutlich an Hitzschlägen gestorben.

Seit Mitte Juli 2026 zeigten 10 der 16 Löwen der Einrichtung Symptome von Unwohlsein, darunter Appetitlosigkeit und verminderte Aktivität. Traurigerweise starben drei Löwinnen: eine am Dienstag, eine am Freitag und die dritte am Sonntag (Daten vor dem 4. August 2026).

Ein Tierarzt des Zoos beobachtete Dehydratation und Multiorganversagen, was auf einen Hitzschlag als wahrscheinliche Ursache hindeutet. „Obwohl man denke, dass Löwen hitzebeständig sind, geht die Hitze in Japan mit hoher Luftfeuchtigkeit einher; das unterscheidet sich von der trockenen Hitze in Afrika“, erklärte ein Zoosprecher. Der Klimawandel und der abrupte Temperaturanstieg nach der Regenzeit im Juli haben die Situation verschärft.

Das Zooteam arbeitet intensiv daran, die verbleibenden Tiere zu schützen, indem es Maßnahmen wie Wassersprühen, verbesserte Belüftung und die Installation spezieller Klimaanlagen in den Gehegen verstärkt.

Was ist ein Kokushobi?

Im April 2026 prägte die Japanische Meteorologische Agentur einen neuen Begriff: Kokushobi (酷暑日), was als grausam heißer Tag übersetzt wird. Er bezeichnet Tage, an denen das Quecksilber 40 Grad Celsius übersteigt.

Der erste offizielle Kokushobi wurde am Dienstag, den 22. Juli 2026, registriert. Städte wie Gujo und Tajimi (Präfektur Gifu) sowie Toyota (Präfektur Aichi) erreichten 40 °C und stellten historische Rekorde an ihren Wetterstationen auf. Bis zu 278 Wetterstationen verzeichneten Temperaturen über 35 °C (Moshobi oder extrem heißer Tag).

Auswirkungen auf die Gesundheit und gesellschaftliche Anpassung

Zwischen dem 20. und 26. Juli 2026 wurden in Japan 18.600 Menschen wegen Hitzschlägen ins Krankenhaus eingeliefert, und 45 verstarben leider bei der Ankunft im Krankenhaus. Im Jahr 2024 überstiegen die hitzebedingten Todesfälle erstmals die Marke von 2.000 Opfern.

Um die Hitzewelle zu überstehen, hat die Regierung die Initiative Cool Biz ausgeweitet, die Büroangestellte ermutigt, kurze Hosen, T-Shirts und Polohemden zu tragen. Zudem wurden Sportveranstaltungen wie das nationale Schulbaseballturnier von Koshien in Morgen- und Nachmittagssitzungen aufgeteilt, um die Athleten zu schützen.

Eine Zukunft, die dringenden Klimaschutz erfordert

Die durchschnittlichen Sommertemperaturen in Japan sind in den letzten 100 Jahren um 1,3 Grad Celsius gestiegen. Der Sommer 2025 lag 2,4 °C über dem Durchschnitt der letzten drei Jahrzehnte, mit einem historischen Höchststand von 41,8 °C in Isesaki am 5. August 2025.

Trotz der herausfordernden Aussichten hat sich Japan ein hoffnungsvolles Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2030 die 1.300 jährlichen hitzebedingten Todesfälle zu halbieren. Studien warnen, dass ohne drastische Kürzungen bei Treibhausgasen Schulsport im Freien bis in die 2060er Jahre nicht mehr durchführbar sein könnte. Dies treibt das Land an, bei Maßnahmen zur Eindämmung und Anpassung an den Klimawandel eine Vorreiterrolle zu übernehmen.