Am 20. August 2026 zeigt der argentinische Devisenmarkt Spannung: Der informelle Dollar (Blue) klettert auf 1.545,60 Pesos, während der offizielle Kurs bei 1.515 steht. Das Länderrisiko erreicht 517 Basispunkte – Höchststand seit Mai. Erfreulich ist die Inflationsentwicklung: Die Großhandelspreise stiegen nur um 0,8 % im Juli, das niedrigste Niveau seit 14 Monaten.

Alle Dollar-Kurse im Überblick

In Argentinien existieren mehrere Wechselkurse – der offizielle (Dólar Oficial), der informelle (Blue), sowie die Börsenkurse MEP und CCL. Am Donnerstag, 20. August 2026, bleibt der offizielle Kurs im Banco Nación stabil bei 1.515 Pesos (Verkauf) und 1.465 (Kauf). Der Dólar Blue, der auf dem Schwarzmarkt gehandelt wird, liegt bei 1.545 (Verkauf) und 1.503,5 (Kauf).

Für legale Transaktionen über den Aktienmarkt gilt der Dólar MEP bei 1.524,03 und der Contado con Liquidación (CCL) bei 1.584,14. Der Dólar Tarjeta – der für Kreditkartenzahlungen im Ausland gilt – beträgt 1.976 Pesos (inkl. 30% Zuschlag). Auch der Euro wird gehandelt: Kauf 1.720, Verkauf 1.780.

Interessant für digitale Anlagen: Stablecoins (krypto-gebundene Währungen) liefern Referenzwerte: DAI 1.561,15, USDC 1.561,26, USDT 1.561,66 – diese sind rund um die Uhr handelbar. Die Spreading (Differenz) zwischen offiziellem und Blue liegt bei etwa 30 Pesos.

Risikoindikator (Riesgo País) steigt weiter

Der JP-Morgan-Index für das Kreditrisiko Argentiniens erreicht 517 Basispunkte – den höchsten Stand seit Ende Mai. Der Wert spiegelt die Sorge ausländischer Anleger über die Zahlungsfähigkeit des Landes wider. Seit Wochen steigt er. Analysten erklären die Spannungen mit der schwachen Konjunktur und dem politischen Umfeld. Gleichzeitig drücken die US-Zinsen (der 30-jährige Anleiherendite lag bei über 5,3 %) und der Ölpreis (Brent über 91 USD) auf die Schwellenländer-Märkte.

Der Riesgo País ist ein Vergleich der Rendite von Anleihen zu US-Staatsanleihen. Über 500 Punkte gelten als sehr riskant, über 1.000 als fast untragbar. Der aktuelle Wert zeigt eine schwierige Verschuldungssituation.

Inflation: Gute Nachrichten

Das nationale Statistikamt INDEC meldet: Die Großhandels-Inflation (IPIM) betrug im Juli 2026 0,8 % – der tiefste Wert seit 14 Monaten und das dritte Mal in Folge mit rückläufigem Anstieg (Juni 1,1 %, Mai 2,5 %, April 5,2 %). Inländische Produkte verteuerten sich um 0,8 %, importierte um 0,5 %. Auf Jahresbasis liegt die Großhandels-Teuerung bei 31,3 % – deutlich unter den 33,8 % der Konsumentenpreise.

Diese gute Inflationsgeschwindigkeit weckt Hoffnung: Santiago Bausili, Chef der Zentralbank (BCRA), schätzt, dass die Verbraucherpreise im August unter 2 % fallen könnten. Das wäre ein starkes Signal für die wirtschaftliche Stabilität.

Marktentwicklung und Geldpolitik

Die Zentralbank (BCRA) kauft weiterhin Devisen und hat in 2026 bereits mehr als US$ 13.000 Millionen akkumuliert. Trotz dessen: die Kreditvergabe an den Privatsektor sank im Juli real um 1 %. Die Zinsen für Tagesgelder (Cauciones) lagen bei etwa 29 % TNA – ein Zeichen für Liquiditätsdruck.

Der Aktienindex Merval verlor am Donnerstag 0,4 %. In New York waren argentinische Aktien dennoch positiv: Mercado Libre legte 7,2 % zu, Cresud 5,2 %. Staatsanleihen in Dollar fielen im Kurs. Sparer müssen Entscheidungen treffen: Zahlungsdienstleister wie Ualá Plus bieten bis 24 % TNA an, Banken Termingelder bis 23 % – wichtig ist, den CFT (Effektivzinssatz) mit der erwarteten Inflation zu vergleichen.

Quelle: imago.com.ar – Stand: 20.08.2026