Eine weitere Nacht zum Vergessen in Avellaneda
Racing Club kommt einfach nicht in die Gänge. Am Freitag, dem 14. August 2026, unterlag die „Academia“ Banfield mit 1:0 im heimischen Estadio Presidente Perón, besser bekannt als „El Cilindro“, in der 5. Runde des Torneo Clausura. Es war die dritte Niederlage in Folge nach den zuvor verlorenen Partien gegen Tigre und Argentinos Juniors. Den entscheidenden Treffer für „El Taladro“ erzielte Alexander Machado, ein erst 19-jähriger Nachwuchsspieler, der in der 24. Minute der ersten Halbzeit sein erstes Tor im Profifußball erzielte.
Das Team von Juan Pablo Vojvoda zeigte erneut eine erschreckend harmlose Offensive: 23 Torschüsse, aber nur zwei davon auf das Tor. Die größten Chancen vergab Elías Torres, der für den verletzten Lautaro Díaz eingewechselt wurde und gleich zwei Mal aus kürzester Distanz an Banfields Schlussmann scheiterte. Auch Tomás Conechny enttäuschte mit unglücklichen Entscheidungen und wenig Kreativität im Spielaufbau.
„Wir durchleben eine schwierige Phase. Wir müssen darauf vorbereitet sein, denn der Fußball hat solche Momente. Ich bin sehr selbstkritisch mit mir selbst und mit dem Team. Das Gefühl ist, dass wir gut gestartet sind, aber nicht tief genug gespielt haben und keine Chancen kreiert haben. In der zweiten Halbzeit war das Team viel vertikaler, aber wir müssen die Tore eben machen.“
Wut der Fans und Schatten der Ultras
Die Stimmung im Stadion war äußerst angespannt. In der Schlussphase skandierten die Anhänger: „Die Vereinsführung, die Vereinsführung, sie soll sich zum Teufel scheren“ und richteten ihre Wut auch direkt gegen Präsidenten Diego Milito, der erst am Dienstag bei der Mitgliederversammlung eingeräumt hatte, dass ihn die Beleidigungen nicht „gleichgültig“ ließen.
Die Lage eskaliert seit Tagen. Bereits am Donnerstagnachmittag waren Mitglieder der Ultra-Gruppierung „Los Pibes de Racing“ in das Trainingsgelände eingedrungen und hatten gefordert, „auf die jungen Spieler aufzupassen“. Leandro Paredes, Anführer dieser Fraktion, sprach fast zehn Minuten lang mit Marcos Rojo, Facundo Cambeses und Gastón Martirena.
Jugend und Verletzungen: Ein schwieriger Cocktail für Vojvoda
Angesichts eines „Low-Cost“-Transferfensters und vieler Ausfälle setzt Vojvoda verstärkt auf Talente aus der eigenen Jugend. Mateo Martínez (18) gab sein Startelf-Debüt in der Innenverteidigung, Alejandro Tello (18) stand ebenfalls in der Anfangsformation und Alberto Campo (19), der ecuadorianische Flügelspieler, kam in der zweiten Halbzeit ins Spiel und war einer der wenigen Lichtblicke.
Die Verletzungssorgen reißen nicht ab: Lautaro Díaz musste bereits in der ersten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden und fällt voraussichtlich länger aus. Adrián „Maravilla“ Martínez ist für drei Spiele gesperrt, nachdem er im Spiel gegen Argentinos Juniors einen Ellenbogenschlag gezeigt hatte – er wird also auch im prestigeträchtigen Clásico gegen Boca Juniors fehlen. Zudem ist Marco Di Césare mit einem Knochenbruch außer Gefecht, und Nazareno Colombo steht vor einem Wechsel zu Talleres de Córdoba.
Vojvoda gab offen zu, dass „Spieler fehlen“ und dass man auf der Suche nach Verstärkungen sei, insbesondere in der Innenverteidigung: Adonis Frías (Santos) und Mateo Carabajal (Independiente del Valle) gelten als mögliche Neuzugänge.
Blick nach vorn: Copa Argentina als nächste Bewährungsprobe
Ohne Spielraum für weitere Fehler trifft Racing am Mittwoch, dem 19. August 2026, um 19:15 Uhr (argentinische Zeit) im Estadio Único La Pedrera in San Luis auf Belgrano de Córdoba – im Achtelfinale der Copa Argentina. Danach wartet der Clásico gegen Boca Juniors in Avellaneda.
„Ich bin schmerzerfüllt, aber auch optimistisch für das Team. Wenn wir die Dinge richtig machen, werden die Ergebnisse kommen. Wir müssen einige Dinge korrigieren, um die gute Leistung in Ergebnisse umzumünzen“, schloss Vojvoda.