30/07/2026 10:45 - Deportes
Nach dem Finale der Weltmeisterschaft 2026 am 19. Juli 2026, bei dem Spanien Argentinien mit 1:0 besiegte und den Titel holte, leitete die Disziplinarkommission der FIFA am 29. Juli 2026 ein formelles Verfahren ein. Die Untersuchung betrifft sowohl den argentinischen Fußballverband (AFA) als auch mehrere Spieler und Mitglieder des Trainerstabs wegen Verstößen gegen verschiedene Artikel des Disziplinarreglements.
Folgende Mitglieder der argentinischen Nationalmannschaft wurden wegen ihrer Beteiligung an den körperlichen Auseinandersetzungen nach dem Finale in New Jersey angeklagt:
Auf spanischer Seite wurde auch Gavi wegen unsportlichen Verhaltens angeklagt.
Ein weiterer zentraler Punkt der FIFA-Untersuchung ist das Zeigen eines Banners mit der Aufschrift „Las Malvinas son argentinas“ („Die Malwinen sind argentinisch“), das von Fans auf das Spielfeld geworfen und von Spielern wie Lisandro Martínez und Giovani Lo Celso nach dem 2:1-Sieg gegen England im Halbfinale in Atlanta aufgehoben wurde.
Die britische Regierung forderte die FIFA auf, den Vorfall zu untersuchen. Der Weltverband klagte die AFA wegen Artikel 13 (Nutzung einer Sportveranstaltung für nicht-sportliche Kundgebungen) sowie der Artikel 14 (unangemessenes Verhalten), 15 (Diskriminierung) und 17 (Ordnung und Sicherheit) an. Zudem werden diskriminierende Gesänge und das Werfen von Gegenständen durch Zuschauer bei mehreren Spielen untersucht.
Die Geldstrafen für diese Vergehen können zwischen 5.000 und über 20.000 US-Dollar liegen. Bei Wiederholung oder Schwere könnten auch Geisterspiele oder Punktabzüge verhängt werden.
Vorgeschichte: Bereits 2014 verhängte die FIFA eine Geldstrafe von 26.560 US-Dollar gegen die AFA wegen einer ähnlichen Flagge. 2018 wurden Xhaka und Shaqiri wegen einer politischen Geste bestraft. Zuletzt suspendierte die UEFA 2024 Morata und Rodri für ein Spiel wegen des Gesangs „Gibraltar ist spanisch“.
Laut Berichten von DW, Infobae, ESPN und TN haben alle Angeklagten bereits die Möglichkeit gehabt, ihre Version der Ereignisse darzulegen. Nach Prüfung der Beweise und Stellungnahmen wird das Disziplinarkomitee der FIFA in den kommenden Monaten eine Entscheidung über die endgültigen Sanktionen treffen. Die AFA könnte mit erheblichen Geldstrafen rechnen, während die Spieler Sperren riskieren, die bei den nächsten FIFA-Länderspielen mit der argentinischen Nationalmannschaft verbüßt werden müssten.
Alfredo S. Quiroga