Ab dem 21. September führt die Bundesberufungskammer von La Plata das neue föderale Strafprozessgesetz ein. Dieser bedeutende Schritt transformiert die Justiz von einem bürokratischen, schriftlichen System hin zu einem modernen, mündlichen Verfahren, bei dem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen leitet und Richter die Grundrechte wahren.

Effizienz und Transparenz: Das akkusatorische System kommt nach La Plata

In Argentinien findet ein tiefgreifender Wandel in der Justiz statt. Ab dem 21. September (00:00 Uhr) wird in La Plata (der Hauptstadt der Provinz Buenos Aires) sowie in den Gebieten Lomas de Zamora, Junín, Quilmes und Pehuajó das neue föderale Strafprozessgesetz implementiert.

Was bedeutet "Akkusatorisches System"?

Im Gegensatz zum alten System, in dem der Richter oft sowohl die Ermittlungen leitete als auch das Urteil fällte, trennt das akkusatorische Modell diese Rollen strikt. Es ist ein dynamischerer Ansatz, der in vielen westlichen Demokratien Standard ist und die Geschwindigkeit der Prozesse massiv erhöhen soll.

Die neue Aufteilung der Rollen

Die neue Struktur sorgt für eine klarere Trennung der Gewalten innerhalb des Strafprozesses:

Akteur Neue Funktion
Staatsanwaltschaft (MPF) Leitet exklusiv die Ermittlungen, sammelt Beweise und erhebt die Anklage.
Justizorgane (Richter) Überwachen die Einhaltung der verfassungsrechtlichen Garantien und entscheiden über Anträge.

Organisation und Zuständigkeiten

Unter der Leitung des Generalstaatsanwalts Eduardo Casal wurde die Bezirksstaatsanwaltschaft von La Plata geschaffen. Die Koordination liegt vorläufig in den Händen von Diego Alejo Iglesias, unterstützt von Hernán Israel Schapiro und Cecilia Patricia Incardona.

Einheit La Plata

Zuständig für: Berisso, Coronel Brandsen, Ensenada, General Paz, La Plata, Magdalena, Monte und Punta Indio.

Einheit Lomas de Zamora

Zuständig für: Lomas de Zamora, General Las Heras, Esteban Echeverría, Ezeiza, Almirante Brown, Lobos, Presidente Perón, San Vicente, Cañuelas und Lanús.

Investitionen in die Zukunft

Um diesen Übergang zu ermöglichen, wurde massiv in die Infrastruktur investiert. Es wurden 8 neue Gerichtssäle renoviert und modernste IT-Ausstattung beschafft (50 Computer für Quilmes und 35 für Lomas de Zamora). Ein entscheidender Vorteil für die Bürger: Verfahren dürfen künftig nicht länger als 60 Tage ohne Fortschritt ruhen.

Wichtiger Hinweis: Die Umsetzung erfolgt am 21.09.2026. Ausgenommen von diesem System bleiben ausdrücklich Verfahren im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Ein nationaler Trend

Das Modell wird bereits in 16 Provinzen angewendet. Weitere Meilensteine sind die Einführung in Paraná (30. November), in der Hauptstadt Buenos Aires (CABA) am 15. Februar und in Córdoba am 8. März.