Strategische Wende in der Karibik
Berichten von The Guardian zufolge verfolgen die Regierung von Donald Trump und Außenminister Marco Rubio eine sogenannte Strategie des "maximalen Drucks" (Maximum Pressure).
Ein zentrales Instrument sind dabei die Sekundärsanktionen. Im Gegensatz zu primären Sanktionen, die nur den Handel zwischen zwei Ländern verbieten, bestrafen Sekundärsanktionen auch Unternehmen aus Drittstaaten (z. B. aus Europa), wenn diese Geschäfte mit dem sanktionierten Zielland führen. Ziel ist es, das derzeitige Regime zu einer grundlegenden Öffnung zu zwingen.
Aus Angst vor massiven finanziellen Konsequenzen durch die USA haben bereits mehrere internationale Schwergewichte den Rückzug aus Kuba eingeleitet:
- Spanische Hotelketten Meliá und Iberostar.
- Die globalen Zahlungsriesen Visa und Mastercard.
- Europäische Reedereien sowie der kanadische Bergbaukonzern Sherritt International.
Das Vakuum, das durch den Abzug ausländischer Firmen entsteht, zieht neue Akteure an, die insbesondere an den natürlichen Ressourcen der Insel interessiert sind:
Wirtschaftliche und Logistische Auswirkungen
| Sektor | Aktuelle Situation / Schlüsseldaten | Auswirkung / Betrag |
|---|---|---|
| Brennstoffe | Blockade seit Januar 2026 durch Lieferstopps aus Venezuela und Mexiko. | Steigende Importe aus Florida und Texas. |
| Exporte | Öllieferungen aus den USA an den privaten Sektor Kubas. | +160 Millionen USD in diesem Jahr. |
| Humanitäre Hilfe | Bundesvertrag für Franklin Graham (Samaritan’s Purse). | 40 Millionen USD. |
| Kommunikation | Vertrag mit Digital News Association Inc für Sicherheitsinhalte. | 250.000 USD. |
Aufbau von morgen: Der Post-Regime-Plan
Es gibt einen spürbaren Optimismus hinsichtlich der zukünftigen Struktur der Insel. Experten wie Otto Reich und ehemalige Mitglieder der Foundation for Human Rights in Cuba (FHRC) beraten das US-Außenministerium bei einem Wirtschaftsplan für ein freies und demokratisches Kuba.
Zudem soll die neu geschaffene National Cuban-American Chamber (CANCC) das Kapital von Exilkubanern mobilisieren, um die nationale Wirtschaft durch private Investitionen wieder aufzubauen.
Lobbying-Aktivitäten
Hinter den Kulissen laufen intensive Bemühungen: Die spanische Firma Vima World SL (Partner von GAESA) hat Continental Strategy beauftragt, um das Thema Sanktionen zu managen.
Gleichzeitig haben Armando Labrador und die FHRC Berichten zufolge 100.000 USD an The Cormac Group gezahlt, um die Koordination mit Regierungsbeamten in Washington zu optimieren.