Kampf gegen das organisierte Verbrechen: Ein Wendepunkt für Ecuador
Die Vereinigten Staaten verschärfen ihren Kurs gegen die Drogenkartelle in Lateinamerika.
Während eines offiziellen Besuchs in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, gab der US-Außenminister Marco Rubio diesen Mittwoch bekannt, dass die kriminelle Gruppierung Los Tiguerones nun als Terrororganisation eingestuft wird. Diese Entscheidung fiel nach einem Treffen mit dem ecuadorianischen Präsidenten Daniel Noboa und ist Teil einer umfassenderen Strategie der Trump-Administration, um den Drogenhandel und die illegale Migration in Lateinamerika zu bekämpfen.
Es handelt sich um eine mächtige kriminelle Bande, die vor allem an der Pazifikküste Ecuadors operiert. Sie sind maßgeblich am Schmuggel von Kokain in die USA und nach Europa beteiligt und sind für ihre extreme Gewalt bekannt.
Rubio begründete diese drastische Maßnahme damit, dass die Gruppe nicht nur in den Narkotika-Handel verwickelt sei, sondern auch gezielte Angriffe auf Zivilisten, Journalisten und Sicherheitskräfte verübe. Besonders besorgniserregend sei laut Rubio, dass die Bande über Waffen und Ausrüstung verfüge, die mit nationalen Armeen vergleichbar seien. Als prägendes Beispiel nannte er den bewaffneten Angriff auf den Fernsehsender TC Televisión im Jahr 2024, der das gesamte Land in Schrecken versetzte.
Finanzielle und militärische Unterstützung
Der Außenminister kündigte an, beim US-Kongress zusätzliche 45 Millionen US-Dollar zu beantragen, um die Zerschlagung dieser Gruppen zu beschleunigen. Zudem bestätigte er, dass Eliteeinheiten der USA und Ecuadors bereits täglich gemeinsam operieren – eine bisher beispiellose Kooperation in der Region.
Strategische Auswirkungen
Die Einstufung als Terrororganisation ermöglicht es Washington, Vermögenswerte einzufrieren, Finanzsanktionen zu verhängen und die militärische sowie geheimdienstliche Zusammenarbeit massiv auszuweiten, um die operative Kapazität der Gang zu brechen.
Der 'Schild der Amerikas' (Escudo de las Américas)
Diese Maßnahmen sind Teil einer übergeordneten Strategie der Trump-Regierung, die unter dem Namen 'Schild der Amerikas' bekannt ist. Ziel ist es, die Sicherheitskooperation mit rechtsorientierten Partnern in Lateinamerika zu stärken, um gemeinsam gegen den Drogenhandel und die irreguläre Migration vorzugehen. Im Fokus stehen dabei Länder wie Ecuador, Kolumbien und Peru.
Im Rahmen seiner diplomatischen Reise traf sich Rubio zudem mit dem kolumbianischen Präsidenten Abelardo De La Espriella, um Antidrogen-Politiken zu koordinieren und Abkommen über Kernenergie und kritische Mineralien zu unterzeichnen. In Peru ist ein Treffen mit Präsidentin Keiko Fujimori geplant, die ebenfalls eine harte Linie gegen die Kriminalität versprochen hat.
Reaktionen und Ausblick
Die ecuadorianische Regierung begrüßte die Entscheidung als entscheidenden Schritt. Präsident Noboa dankte den USA für die Unterstützung und bekräftigte sein Engagement, die Banden, die das Land terrorisieren, endgültig zu zerschlagen. Analysten sind optimistisch, dass dies die Schlagkraft von Los Tiguerones schwächen könnte, betonen jedoch, dass eine langfristige militärische und finanzielle Präsenz notwendig ist. Die Botschaft ist klar: Auch andere Organisationen wie der Tren de Aragua (Venezuela) oder der Clan del Golfo (Kolumbien) stehen nun unter verstärkter Beobachtung.