Ein historischer Prozess nach über zwei Jahrzehnten des Wartens
Der Prozess gegen Khalid Sheikh Mohammed, den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001, bei denen in den USA fast 3.000 Menschen getötet wurden, hat nun ein offizielles Startdatum: der 5. Juni 2028. Die Verhandlung wird auf dem Marinestützpunkt Guantánamo auf Kuba stattfinden, wo Mohammed seit 2006 inhaftiert ist.
Wie die französische Zeitung Le Monde berichtet, wurde das Datum von den US-Justizbehörden bestätigt. Damit endet eine jahrelange Hängepartie voller juristischer Hürden und Verfahrensstreitigkeiten, die den Fall zu einem komplexen Rechtsdickicht gemacht hatten.
Wer ist Khalid Sheikh Mohammed?
Geboren 1965 in Kuwait und mit pakistanischer Staatsbürgerschaft, gilt Khalid Sheikh Mohammed laut US-Geheimdiensten als Hauptarchitekt der 9/11-Anschläge, bei denen entführte Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York und ins Pentagon stürzten. Er wurde 2003 in Pakistan gefasst und anschließend in geheimen CIA-Gefängnissen sowie später in Guantánamo festgehalten.
Seine genaue Rolle bei der Planung der Anschläge ist umstritten, da er während seiner Haft Verhörtechniken ausgesetzt war, die als Folter eingestuft werden. Dies hat die Verwertbarkeit seiner Aussagen vor Gericht erheblich erschwert.
Ein komplexes Verfahren
Der Fall war von Anfang an von Auseinandersetzungen über die Legalität der unter Zwang erlangten Geständnisse, anonyme Zeugen und die mögliche Todesstrafe geprägt. Der Termin 5. Juni 2028 ist ein Meilenstein, doch es bleiben offene Fragen: Verteidiger könnten neue Berufungen einlegen, und der Prozess könnte sich über Monate oder sogar Jahre hinziehen.
Die Verhandlung findet nach den Regeln der Militärkommissionen von Guantánamo statt – ein Sondersystem, das von Menschenrechtsorganisationen kritisiert, von der US-Regierung aber als notwendig für internationale Terrorismusfälle verteidigt wird.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
- Name: Khalid Sheikh Mohammed
- Rolle: Mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001
- Prozessbeginn: 5. Juni 2028
- Ort: Marinestützpunkt Guantánamo, Kuba
- Inhaftierung: Seit 2006 in Guantánamo
- Opfer der Anschläge: Fast 3.000 Tote
Hintergrund und Erwartungen
Dieser Prozess gilt als historischer Moment im Kampf gegen den Terrorismus und könnte dazu beitragen, eine Wunde zu schließen, die in der amerikanischen Gesellschaft bis heute tief ist. Doch die rechtlichen Komplexitäten und die Kontroversen um die Verhörmethoden könnten das Verfahren überschatten.
Der Termin 5. Juni 2028 markiert nicht nur den Beginn eines seit Jahrzehnten erwarteten Prozesses, sondern stellt auch das US-Justizsystem auf die Probe – in einem der sensibelsten Fälle seit den Anschlägen. Die Welt wird die Anhörungen mit Spannung verfolgen, denn sie könnten Aufschluss über die Hintergründe des tödlichsten Angriffs auf US-amerikanischem Boden geben.