Der argentinische Minister für Deregulierung und Staatsumbau, Federico Sturzenegger, kündigte am Montag, den 10. August 2026 die Veröffentlichung des Dekrets 689/2026 an, das von Präsident Javier Milei, Wirtschaftsminister Luis Caputo und Kabinettschef Diego Santilli unterzeichnet wurde. Die Norm aktualisiert nach 30 Jahren den Anhang R des Dekrets 779/95, das das Verkehrsgesetz regelt und die Gewichte und Maße des Schwerlastverkehrs in Argentinien definiert.
Laut Sturzenegger, der die Neuigkeit auf seiner X-Account verkündete, ist das Hauptziel, „den Straßentransport zu beschleunigen und Kosten zu senken“ – ein Sektor, der für die Wirtschaft des Landes von zentraler Bedeutung ist. Die Aktualisierung umfasst drei Hauptpunkte:
1. Angleichung an Brasilien
Die Maße der argentinischen LKW werden an die Brasiliens angeglichen, des wichtigsten Handelspartners im Mercosur. Obwohl die Mercosur-Norm noch angepasst werden muss, um eine vollständige Integration der Fahrzeugflotten beider Länder zu erreichen, sieht die Regierung dies als notwendigen Schritt zur Erleichterung des bilateralen Handels.
2. Erhöhung der zulässigen Gewichte
Die maximal zulässigen Gewichte pro LKW werden erhöht, wobei das Gewicht pro Achse stets eingehalten wird – der entscheidende Faktor für die Erhaltung der Straßen. Sturzenegger bezeichnete es als „absurd“, dass LKW, die mehr laden könnten, dies wegen der veralteten Norm nicht taten.
3. Anpassung an neue Technologien
Die Vorschriften werden an Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen (Gas und Elektro) angepasst, deren Technologie sich in den letzten drei Jahrzehnten radikal verändert hat. Dadurch können moderne Konfigurationen integriert werden, die bisher nicht berücksichtigt waren.
Das Team hinter der Maßnahme
Sturzenegger dankte besonders dem Verkehrssekretär Mariano Plencovich und dem Direktor der Nationalen Straßenverwaltung Marcelo Campoy. Er erwähnte auch das Team des Deregulierungsministeriums: den Transformationssekretär Maximiliano Fariña, den Deregulierungs-Unterstaatssekretär Héctor Huici, Cecilia Domínguez und Santiago Franco. Zudem hob er die Arbeit der Rechts- und Techniksekretärin María Ibarzabal hervor.
Reaktionen und Kontext
Die Maßnahme stieß in den sozialen Medien auf unterschiedliche Reaktionen. Einige Nutzer äußerten Bedenken über den Zustand der Straßen, wie der Nutzer Hermanos Macanas: „Sie erlauben mehr Gewicht, aber reparieren die Straßen nicht. Was könnte schon schiefgehen?“ Andere wie Luis Mario ll und J.U. kritisierten die Regierung.
Das Dekret 689/2026 ist Teil des Deregulierungsplans der Regierung von Javier Milei, der darauf abzielt, Logistikkosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit des argentinischen Produktionssektors zu verbessern. Die Aktualisierung des Anhangs R war eine langjährige Forderung der Transportbranche, die durch eine Norm aus dem Jahr 1995 eingeschränkt war – eine Zeit, in der Fahrzeugflotte und Technologien völlig anders waren.
Mit dieser Maßnahme erwartet die Regierung positive Auswirkungen auf die Transportkosten, die sich auf die Endpreise der Produkte auswirken könnten – ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Inflation.