29/07/2026 21:19 - Politica
Der argentinische Außenminister Pablo Quirno stellte klar, dass es keine Absicht gebe, die diplomatischen Beziehungen zu Brasilien abzubrechen, trotz der beleidigenden Äußerungen von Präsident Javier Milei gegenüber Lula da Silva.
Außenminister Pablo Quirno äußerte sich am 29. Juli 2026 zu den Spannungen, die nach den Beleidigungen von Präsident Javier Milei gegen seinen brasilianischen Amtskollegen Lula da Silva während einer Veranstaltung in São Paulo am 25. Juli entstanden waren. In einem Interview mit Radio Mitre zog Quirno eine klare Trennlinie zwischen der politischen und der institutionellen Ebene: „Es besteht keinerlei Chance, dass wir die Beziehung abbrechen. Wir tragen das nicht auf die institutionelle Ebene.“
Die brasilianische Regierung hatte ihren Botschafter in Argentinien, Julio Bitelli, am 27. Juli zu Konsultationen zurückgerufen. Allerdings deuteten brasilianische Diplomaten an, dass Bitelli nach Buenos Aires zurückkehren könnte, wenn die Zurückhaltung aus der Casa Rosada anhalte. Quirno lobte den brasilianischen Vertreter und erklärte, man hoffe auf seine baldige Rückkehr, um die umfangreiche bilaterale Agenda weiterzuentwickeln.
Präsident Milei hatte behauptet, Brasilien sei der Hauptursprung einer „anti-argentinischen Kampagne“ in den sozialen Medien während der Weltmeisterschaft 2026 gewesen. Laut einer Analyse von Chequeado gibt es jedoch keine Belege für diese Behauptung. Der von Milei zitierte Bericht von Monitor Digital maß lediglich das Volumen der Beiträge nach Ländern (Brasilien führte mit 22,1 %), identifizierte aber keine orchestrierten Kampagnen. Beratungsfirmen wie Inteligencia Analytica und Ad Hoc kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass die Feindseligkeit organisch und spontan war, ohne eine „zentralisierte Operation“.
Quirno dementierte auch eine diplomatische Krise mit dem Vereinigten Königreich wegen der Flagge mit der Aufschrift über die Malvinas-Inseln, die die argentinischen Spieler nach ihrem Sieg gegen England bei der WM gezeigt hatten. „Die Flagge sagt die Wahrheit. Wir haben uns für nichts zu entschuldigen“, sagte der Außenminister und wies zurück, dass sich ein Beamter mit dem britischen Botschafter getroffen habe, um sich zu entschuldigen.
In einem positiven wirtschaftlichen Kontext hob der Außenminister die hervorragende Beziehung zur IWF-Direktorin Kristalina Georgieva hervor, die das Land besuchte und die Lagerstätte Vaca Muerta besichtigte. Quirno betonte, dass die Regierung mit einem eigenen Plan an die Macht gekommen sei und historische Ergebnisse wie die Beseitigung des Haushaltsdefizits erzielt habe. Er bestätigte zudem, dass Brasilien weiterhin der wichtigste Handelspartner Argentiniens sei, mit einem bilateralen Austausch von 31,195 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025, und zeigte sich optimistisch hinsichtlich künftiger Handelsverhandlungen, einschließlich eines bevorstehenden offiziellen Besuchs in China.
Alfredo S. Quiroga